Professionelle Lichtplanung: Der komplette Guide

Lichtplanung ist weit mehr als "hell genug" – sie beeinflusst Gesundheit, Produktivität, Sicherheit und Energiekosten. Dieser Guide führt Sie systematisch durch alle Schritte der professionellen Beleuchtungsplanung nach DIN EN 12464-1.

📊 Das Wichtigste auf einen Blick

  • Normgerecht: Alle Berechnungen nach DIN EN 12464-1
  • Praxisnah: Mit konkreten Berechnungsbeispielen und Tabellen
  • Vollständig: Von der Bedarfsanalyse bis zur Dokumentation
  • Werkzeuge: Unsere Beleuchtungsrechner unterstützen Sie bei jedem Schritt

Der Planungsprozess im Überblick

1Analyse2Normen3Konzept4Berechnung5Leuchten6Software7Steuerung8UmsetzungPlanungKonzeptionAusarbeitungRealisierung

Von der Bedarfsanalyse bis zur fertigen Installation – folgen Sie diesem bewährten 8-Schritte-Prozess

Inhaltsverzeichnis

Schritt 1: Bedarfsanalyse & Zielsetzung

Die Bedarfsanalyse ist das Fundament jeder erfolgreichen Lichtplanung. Hier werden alle Anforderungen systematisch erfasst und dokumentiert.

Schritt 1: Bedarfsanalyse & Zielsetzung

🎯 Quick Reference: Typische Beleuchtungsstärken

500 lx

Standard Büroarbeit

750 lx

Technisches Zeichnen, CAD

1000 lx

Feinmontage, Präzisionsarbeit

Analyse-Matrix: Systematische Bedarfserfassung

KategorieZu klärende Fragen
🏢 Raumnutzung
  • • Welche Tätigkeiten werden ausgeführt? (Büroarbeit, Produktion, Verkauf, Lagerung)
  • • Welche Sehaufgaben gibt es? (Lesen, CAD-Arbeit, Feinmontage, Qualitätskontrolle)
  • • Anzahl der Nutzer und Nutzungsdauer pro Tag
  • • Besondere Anforderungen? (ältere Mitarbeiter benötigen bis zu 2× mehr Licht)
  • • Betriebszeiten: 24/7, Tagschicht, Schichtbetrieb mit Nachtarbeit
📐 Raumgeometrie
  • • Raumabmessungen: Länge, Breite, Höhe (inkl. Nutzebene)
  • • Raumindex k = (L × B) / (H × (L + B)) zur Wirkungsgradbestimmung
  • • Vorhandene Tageslichtöffnungen (Fenster, Oberlichter)
  • • Raumhöhe bestimmt max. Leuchtenabstand (Faustregel: Abstand ≤ 1,5× Höhe)
🎨 Oberflächen
  • • Reflexionsgrade erfassen: Decke (typisch 0,7), Wände (0,5), Boden (0,2)
  • • Farben der Oberflächen (beeinflussen Lichtwirkung und Wirkungsgrad)
  • • Glänzende vs. matte Oberflächen (Blendungsrisiko bei Bildschirmarbeit)
🎯 Gestaltungsziele
  • • Gewünschte Raumatmosphäre: funktional, gemütlich, repräsentativ, dynamisch
  • Farbtemperatur: 3000K (warmweiß) bis 5000K (tageslichtweiß)
  • • Architektonische Akzente setzen (Betonung von Strukturen, Produkten)
  • • Corporate Design / Markenidentität berücksichtigen
💰 Wirtschaftlichkeit
  • • Investitionsbudget und gewünschte Amortisationszeit (typisch 3-7 Jahre)
  • • Betriebskosten-Ziele (Stromkosten, berechnen mit Stromkosten-Rechner)
  • • Wartungskosten und Zugänglichkeit für Lampenwechsel
  • • Verfügbare Fördermittel (BAFA, KfW für Energieeffizienz)

💡 Praxis-Tipp: Begehung vor Ort

Eine Begehung zu verschiedenen Tageszeiten zeigt:

  • • Tageslichtsituation und Blendungsrisiken durch Sonneneinstrahlung
  • • Vorhandene Elektroinstallation und Anschlussmöglichkeiten
  • • Montagemöglichkeiten an Decke/Wand (Tragfähigkeit, Aussparungen)
  • • Störende Reflexionen an Bildschirmen oder Oberflächen

Schritt 2: Normative Anforderungen ermitteln

Die DIN EN 12464-1 ist die zentrale Norm für die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen. Sie definiert Mindestanforderungen, die rechtlich bindend sind.

Die vier Hauptparameter der Norm

ParameterSymbolBedeutung & Anforderungen
BeleuchtungsstärkeĒmMittlere Beleuchtungsstärkein Lux (lx)
• Gemessen im Bereich der Sehaufgabe (typisch 0,75m Höhe)
• Werte von 50 lx (Verkehrswege) bis 1500 lx (Feinmontage)
GleichmäßigkeitU0Verhältnis Minimum zu Durchschnitt
U₀ ≥ 0,40 im Bereich der Sehaufgabe (dunkelste Stelle mind. 40% des Durchschnitts)
U₀ ≥ 0,10 in der unmittelbaren Umgebung
• Vermeidet störende Helligkeitsunterschiede → Details: Gleichmäßigkeit
BlendungsbegrenzungUGRUnified Glare Rating(Einheitliche Blendungsbewertung)
• Je niedriger, desto besser: UGR 13 (kaum wahrnehmbar) bis UGR 28 (gerade noch akzeptabel)
• Büros mit Bildschirmarbeit: UGR ≤ 19
• Berechnen mit UGR-Rechner
FarbwiedergabeRa / CRIColor Rendering Index (Farbwiedergabeindex)
• Skala 0-100: Je höher, desto natürlicher die Farbwiedergabe
Ra ≥ 80 für die meisten Arbeitsstätten
• Ra ≥ 90 für Farbbeurteilung (Druckerei, Textil) → CRI/Ra erklärt

⚠️ Wichtig: Wartungswert vs. Neuwert

Die Norm-Anforderungen gelten für den Wartungswert, d.h. die Anlage muss auch nach längerer Betriebszeit (bei verschmutzten Leuchten und gealterten LEDs) noch die Werte einhalten. Deshalb muss bei der Planung mit dem Wartungsfaktor (MF = 0,67-0,80) gerechnet werden → mehr dazu in Wartungsfaktor berechnen.

Anforderungen nach Tätigkeitsbereichen

Vollständige Übersicht in der DIN-Lux-Werte-Tabelle

Bereich / TätigkeitĒm (lx)UGRmaxU0Ra
Büroarbeit
Schreiben, Lesen, Datenverarbeitung
500≤ 19≥ 0,60≥ 80
Technisches Zeichnen
CAD-Arbeit, Konstruktion
750≤ 16≥ 0,70≥ 80
Feinmontage
Elektronik, Präzisionsteile
1000≤ 19≥ 0,70≥ 80
Qualitätskontrolle
Farbprüfung, Oberflächeninspektion
1500≤ 19≥ 0,70≥ 90
Verkaufsräume
Allgemeiner Einzelhandel
300≤ 22≥ 0,40≥ 80
Lager (Kommissionierung)
Lesen von Etiketten
200≤ 25≥ 0,40≥ 60
Verkehrswege, Treppen
Orientierung, Sicherheit
100≤ 28≥ 0,40≥ 40

👁️ Ergonomie & Sehkomfort: Biologische Faktoren

Altersabhängiger Lichtbedarf

AlterLichtbedarf (relativ)
20 Jahre100% (Referenz)
40 Jahre140%
60 Jahre200%

Bei älteren Mitarbeitern: höhere Beleuchtungsstärken einplanen (z.B. 750 lx statt 500 lx im Büro)

Circadianer Rhythmus (Human Centric Lighting)

  • Morgens: 5000-6500K (kaltweißes Licht) aktiviert, fördert Konzentration
  • Mittags: 4000-5000K (neutralweiß) hält Leistungsfähigkeit aufrecht
  • Abends: 2700-3000K (warmweiß) bereitet auf Ruhephase vor, fördert Melatoninproduktion
  • Tipp: Tunable White LED mit Farbtemperatursteuerung für optimale Unterstützung des Biorhythmus

Schritt 3: Lichtkonzept entwickeln

Ein professionelles Lichtkonzept kombiniert verschiedene Beleuchtungsarten, um funktionale und gestalterische Anforderungen optimal zu erfüllen.

Die drei Ebenen der Beleuchtung

AllgemeinbeleuchtungGrundhelligkeitgleichmäßigArbeitsplatzlichtSehaufgabegezielthöhere IntensitätAkzentbeleuchtungBetonungAtmosphäre

Allgemeinbeleuchtung

Zweck: Grundhelligkeit für Orientierung und Sicherheit im gesamten Raum

Anteil: 50-70% der Gesamthelligkeit

Typische Leuchten:

  • • Decken-Rasterleuchten
  • LED-Panels
  • • Anbauleuchten

Arbeitsplatzbeleuchtung

Zweck: Zusatzlicht für spezifische Sehaufgaben

Anteil: 30-40% zusätzlich zur Allgemeinbeleuchtung

Typische Leuchten:

  • • Pendelleuchten über Schreibtischen
  • • Schreibtischleuchten
  • • Maschinenleuchten

Akzentbeleuchtung

Zweck: Gestaltung und Betonung von Objekten/Bereichen

Anteil: 5-15% ergänzend

Typische Leuchten:

💡 Beleuchtungskonzept nach Raum

RaumtypAllgemeinArbeitsplatzAkzent
Großraumbüro70%30%optional
Einzelbüro50%40%10%
Produktionshalle80%20%
Verkaufsraum40%20%40%

Lichtverteilung wählen

Die Wahl der Lichtverteilung beeinflusst Effizienz, Blendung und Raumatmosphäre.

LichtverteilungLichtaufteilungEigenschaftenTypische Anwendung
Direkt90-100% nach unten
0-10% nach oben
• Hohe Effizienz (η = 0,6-0,7)
• Blendungsrisiko höher
• Schatten möglich
Produktionshallen, Lager, Werkstätten, Verkehrswege
Direkt/Indirekt50-70% nach unten
30-50% nach oben
• Ausgewogene Effizienz (η = 0,4-0,5)
• Angenehme Raumhelligkeit
• Niedrige Blendung
Büros, Konferenzräume, Bildungseinrichtungen
Indirekt0-10% nach unten
90-100% nach oben
• Niedrigere Effizienz (η = 0,3-0,4)
• Sehr blendfrei
• Weiche, diffuse Beleuchtung
Bibliotheken, Lounges, repräsentative Bereiche

Schritt 4: Beleuchtungsstärke berechnen

Für die Erstabschätzung des Lichtbedarfs eignet sich das Wirkungsgradverfahren. Für präzise Planung ist später eine Software-Berechnung erforderlich (siehe Schritt 6).

Wirkungsgradverfahren: Die Grundformel

Φ = (E × A) / (η × MF)

ΦBenötigter Lichtstrom in Lumen (lm)
Gesamter Lichtstrom aller Leuchten im Raum
EGeforderte Beleuchtungsstärke in Lux (lx)
Wartungswert nach DIN EN 12464-1 (z.B. 500 lx für Büros)
ARaumfläche in Quadratmetern (m²)
Länge × Breite des zu beleuchtenden Bereichs
ηRaumwirkungsgrad (typisch 0,3-0,7)
Abhängig von Raumgeometrie, Reflexionsgraden und Lichtverteilung
MFWartungsfaktor (typisch 0,67-0,80)
Berücksichtigt Verschmutzung und LED-Degradation → Details

Raumwirkungsgrad bestimmen

Der Raumwirkungsgrad η hängt von mehreren Faktoren ab und kann über den Raumindex k abgeschätzt werden.

📊 Einflussfaktoren auf den Raumwirkungsgrad:

Raumgeometrie

Hohe, schmale Räume haben niedrigeren Wirkungsgrad als quadratische, niedrige Räume

Reflexionsgrade

Helle Oberflächen (ρ = 0,7-0,8) erhöhen den Wirkungsgrad um 20-30%

Lichtverteilung

Direkte Beleuchtung: η = 0,5-0,7
Indirekt: η = 0,3-0,4

Raumindex berechnen

k = (L × B) / (Hm × (L + B))

L = Raumlänge in m
B = Raumbreite in m
Hm = Montagehöhe minus Nutzebene (typisch 1,7-2,5m)

Wirkungsgrad nach Raumindex

Raumindex kη (direkt)η (dir./ind.)
0,6 - 0,80,450,30
0,8 - 1,250,550,40
1,25 - 2,00,650,50
> 2,00,700,55

Annahme: Helle Decke/Wände (ρ ≈ 0,5-0,7)

💡 Automatisch berechnen

Nutzen Sie den Raumbeleuchtung-Rechner – er berechnet automatisch Raumindex, Wirkungsgrad und benötigten Lichtstrom.

Praxisbeispiel: Großraumbüro berechnen

Ausgangssituation

Raumdaten:

  • • Länge: 10 m
  • • Breite: 8 m
  • • Raumhöhe: 3,0 m
  • • Montagehöhe Leuchten: 2,8 m
  • • Nutzebene (Schreibtisch): 0,75 m
  • • Reflexionsgrade: Decke 0,7 / Wände 0,5 / Boden 0,2

Anforderungen:

  • • Nutzung: Büroarbeit am Computer
  • • Ēm = 500 lx (DIN EN 12464-1)
  • • UGR ≤ 19
  • • Direkt/Indirekte Beleuchtung gewünscht
  • • 12 Arbeitsplätze

Schritt-für-Schritt Berechnung:

1. Raumfläche berechnen

A = L × B = 10 m × 8 m = 80 m²

2. Raumindex berechnen

Hm = 2,8 m - 0,75 m = 2,05 m (Montagehöhe über Nutzebene)
k = (10 × 8) / (2,05 × (10 + 8)) = 80 / 36,9 = 2,17

3. Wirkungsgrad ermitteln

Bei k = 2,17 und direkt/indirekter Beleuchtung: η = 0,50
(aus Tabelle für k > 2,0 und helle Oberflächen)

4. Wartungsfaktor festlegen

Büroumgebung, normale Verschmutzung, LED mit langer Lebensdauer: MF = 0,80

5. Benötigten Lichtstrom berechnen

Φ = (E × A) / (η × MF)

Φ = (500 lx × 80 m²) / (0,50 × 0,80)

Φ = 40.000 / 0,40

Φ = 100.000 lm

6. Leuchten auswählen

Option A: LED-Panels 60×60 cm

  • • Lichtstrom pro Panel: 4.500 lm
  • • Anzahl benötigt: 100.000 / 4.500 = 22,2 → 24 Panels
  • • Anordnung: 6 Reihen × 4 Panels
  • • Leuchtenabstand: ca. 2,0 m (< 1,5 × Montagehöhe ✓)

Option B: Pendelleuchten (direkt/indirekt)

  • • Lichtstrom pro Leuchte: 8.500 lm
  • • Anzahl benötigt: 100.000 / 8.500 = 11,8 → 12 Leuchten
  • • Anordnung: Über jedem Schreibtisch eine Leuchte
  • • Zusätzlicher Vorteil: Individuelle Arbeitsplatzbeleuchtung

💡 Ergebnis & nächste Schritte

Benötigt: Gesamt-Lichtstrom von 100.000 Lumen verteilt auf 24 LED-Panels oder 12 Pendelleuchten

Wichtig: Dies ist eine Erstabschätzung! Vor der Umsetzung sollte eine präzise Berechnung mit DIALux oder Relux durchgeführt werden, um UGR-Werte, Gleichmäßigkeit und optimale Leuchtenanordnung zu verifizieren.

Schritt 5: Leuchtenauswahl & Anordnung

Die richtige Leuchtenauswahl und -anordnung entscheidet über Effizienz, Sehkomfort und Wirtschaftlichkeit der Beleuchtungsanlage.

Auswahlkriterien: Die wichtigsten Parameter

KriteriumAnforderungen & Hinweise
Lichtstrom
(Lumen / lm)
• Aus Berechnung in Schritt 4 → Lumen-Rechner
• Typisch: 3.000-6.000 lm für Büro-Leuchten, 15.000-30.000 lm für Hallenleuchten
• Mehr Infos: Was ist Lumen?
Lichtverteilung
& UGR-Wert
• Direkt, direkt/indirekt oder indirekt (siehe Schritt 3)
UGR-Wert muss ≤ Norm-Anforderung sein (z.B. UGR 19 für Büros)
• Prüfen mit UGR-Rechner oder Herstellerangaben
Farbwiedergabe
(Ra / CRI)
• Mindestens Ra ≥ 80 für Arbeitsstätten
• Ra ≥ 90 für Farbbeurteilung (Druckerei, Textil, Fotografie)
• Details: CRI/Ra erklärt
Farbtemperatur
(Kelvin / K)
2700-3000K warmweiß: Gemütlich (Wohnräume, Hotels, Restaurants)
4000K neutralweiß: Konzentriert (Büros, Schulen, Produktion) ← Standard Arbeitsstätten
5000-6500K tageslichtweiß: Aktivierend (Krankenhäuser, Labore)
• Guide: Farbtemperatur wählen | Was ist Kelvin?
Effizienz
(lm/W)
Mindeststandard 2025: ≥ 120 lm/W
Gute Qualität: 140-160 lm/W
High-End: > 180 lm/W (Premium-Hallenleuchten)
• Höhere Effizienz = niedrigere Betriebskosten → Stromkosten-Rechner
Dimmbarkeit• Empfohlen für Flexibilität und Tageslichtsteuerung
• Techniken: Phasenanschnitt, DALI, 0-10V → LED dimmen
• Auf Kompatibilität achten: Dimmen-Probleme vermeiden
SteuerungDALI: Standard für professionelle Anlagen (einzeln adressierbar)
KNX: Gebäudeautomation
• 0-10V: Einfache Gruppensteuerung
• Für Energieeinsparung wichtig (siehe Schritt 7)
IP-SchutzartIP20: Trockene Innenräume (Standard Büro)
IP44: Feuchträume (Bad, Küche) → Feuchtraum-LED
IP54/65: Außen geschützt, Produktionshallen
IP67/68: Wasserdicht (Lebensmittel, Nassräume)
• Details: IP-Schutzarten Guide
MontageartEinbau: Abgehängte Decken (Raster 60×60 cm Standard)
Aufbau: Massivdecken, einfache Montage
Pendel: Über Arbeitsplätzen, flexibel in der Höhe
Seil/Schiene: Flexible Positionierung
• Anleitung: LED-Deckenleuchte montieren

Leuchtenanordnung: Regeln für gleichmäßige Ausleuchtung

Grundregeln der Anordnung

Leuchtenabstand

e ≤ λ × Hm

e = Abstand zwischen Leuchten
λ = Lichtstromverteilungsfaktor
Hm = Montagehöhe über Nutzebene

  • • λ = 1,0-1,2 bei eng strahlenden Leuchten
  • • λ = 1,3-1,5 bei breit strahlenden Leuchten
  • Faustregel: e ≤ 1,5 × Hm

Lampenabstand-Rechner

Wandabstand

Randabstand = ca. 0,5 × Leuchtenabstand

Grund: Vermeidung von Randabdunklung, gleichmäßige Ausleuchtung bis zur Wand

Beispiel:

  • • Leuchtenabstand: 3,0 m
  • • Wandabstand: 1,5 m

Typische Anordnungsmuster

Rechteckraster

Regelmäßiges Raster, ideal für Büros und gleichmäßige Ausleuchtung

Arbeitsplatzbezogen

Leuchten über Schreibtischen / Maschinen, höhere Flexibilität

Linienlicht

Durchgehende Lichtbänder, moderne Optik, gleichmäßig

Schritt 6: Lichttechnische Berechnung mit Software

Für normkonforme Planung und rechtssichere Dokumentation ist eine professionelle Lichtberechnung mit Software unverzichtbar. Sie verifiziert die Ergebnisse aus Schritt 4 und prüft alle Normparameter.

⚡ Warum Software-Berechnung unverzichtbar ist

✓ Normkonformität

Automatischer Nachweis aller DIN-Parameter (Ēm, U₀, UGR, Ra) mit Berechnungsprotokoll

✓ Präzision

Berücksichtigt reale Leuchtcharakteristiken (LDT/IES-Dateien) statt Durchschnittswerte

✓ Optimierung

Schnelle Variantenvergleiche für beste Wirtschaftlichkeit und Sehkomfort

Professionelle Planungssoftware

SoftwareLizenzVorteileIdeal für

DIALux evo

DIAL GmbH

Kostenlos• Marktstandard in Deutschland
• Große Leuchtendatenbank (BIM-Integration)
• Umfangreiche Berechnungsmöglichkeiten
• Gute 3D-Visualisierung
Elektroingenieure, Planer, Architekten
→ dialux.com

Relux Desktop / Cloud

Relux Informatik AG

Kostenlos• Intuitive Bedienung, schneller Einstieg
• Cloud-Version ohne Installation
• Herstellerdatenbanken integriert
• Direkte PDF-Berichte
Einsteiger, schnelle Projekte
→ relux.com

Litestar 4D

OxyTech

Lizenz• Hochpräzise Berechnungen
• Erweiterte Funktionen (Straßenbeleuchtung)
• Professionelle Workflows
• IES/LDT-Dateien erstellen
Leuchtenhersteller, Großprojekte, Spezialplanung

LICHTRECHNER.DE

Web-basiert

Kostenlos• Schnelle Vorabberechnung
• Keine Installation nötig
• Einfache Bedienung
Erstabschätzung, Vorplanung
→ Zu den Rechnern

Was die Software berechnet und dokumentiert

📊 Photometrische Berechnungen

  • Beleuchtungsstärke-Verteilung auf der Nutzebene (Isolinien, Falschfarbendarstellung)
  • Gleichmäßigkeit U₀ (Verhältnis Min/Durchschnitt)
  • UGR-Werte für definierte Beobachterpositionen
  • Zylindrische Beleuchtungsstärke (Gesichtsmodellierung)
  • Leuchtdichte (Wände, Decke, Blendquellen)

📈 Energetische Berechnungen

  • Anschlussleistung (Watt) der Gesamtanlage
  • Energieverbrauch pro Jahr (kWh/a)
  • Betriebskosten (bei Angabe des Strompreises)
  • Spezifische Leistung (W/m²)
  • LENI-Wert (Lighting Energy Numeric Indicator)

📐 3D-Visualisierung

  • ✓ Realistische Darstellung der Lichtwirkung
  • ✓ Schattenwurf und Reflexionen
  • ✓ Tageslicht-Integration (für realistische Simulation)
  • ✓ Verschiedene Perspektiven und Ansichten
  • ✓ Präsentationsqualität für Bauherren

📄 Dokumentation & Berichte

  • ✓ Normgerechter Berechnungsbericht (PDF)
  • ✓ Leuchtenverzeichnis mit Stückliste
  • ✓ Technische Datenblätter der Leuchten
  • ✓ Anordnungsplan (2D-Grundriss)
  • ✓ Nachweis der Normerfüllung

🚀 Quick-Start: DIALux evo in 10 Schritten

Grundeinrichtung

  1. 1. Software von dialux.com herunterladen und installieren
  2. 2. Neues Projekt anlegen → Innenraum wählen
  3. 3. Raumgeometrie eingeben (L × B × H)
  4. 4. Reflexionsgrade einstellen (Decke/Wände/Boden)
  5. 5. Wartungsfaktor definieren (Standard: 0,80)

Berechnung durchführen

  1. 6. Leuchten aus Datenbank auswählen und platzieren
  2. 7. Berechnungsfläche definieren (Nutzebene 0,75m)
  3. 8. Berechnung starten (F9-Taste)
  4. 9. Ergebnisse prüfen: Ēm, U₀, UGR
  5. 10. Bericht generieren (PDF-Export)

Tipp: Nutzen Sie die integrierten Tutorials und Beispielprojekte für den schnellen Einstieg

⚠️ Wichtig: Software ersetzt nicht die Fachkenntnis

Die Software ist ein Werkzeug – die fachgerechte Interpretation der Ergebnisse und die Optimierung der Planung erfordern Erfahrung. Bei komplexen Projekten oder rechtlich relevanten Planungen sollte ein qualifizierter Lichtplaner oder Elektroingenieur hinzugezogen werden.

Schritt 7: Steuerung & Energieeffizienz

Intelligente Lichtsteuerung ist der Schlüssel zu Energieeinsparungen von 30-60% ohne Komfortverlust. Die Investition amortisiert sich typischerweise in 2-5 Jahren.

Steuerungskonzepte im Vergleich

SteuerungstypFunktionenEinsparungAnwendung
Manuelle Schaltung
Basis-Level
• Einfache Ein/Aus-Schalter
• Zonenschaltung (Fensterbereiche getrennt)
• Optional: Dimmer (Phasenanschnitt, 0-10V)
0-15%Kleine Räume, Wohnbereich, einfache Anforderungen
Präsenzerkennung
Standard
• Automatisches Einschalten bei Anwesenheit
• Verzögertes Ausschalten (einstellbar)
• Helligkeitsregelung möglich
20-35%Flure, WCs, Lager, Besprechungsräume, Nebenräume
Tageslichtsteuerung
Komfort
• Helligkeitssensor misst Tageslicht
• Dimmt Kunstlicht je nach Bedarf
• Hält Beleuchtungsstärke konstant
25-40%Fensternahe Arbeitsplätze, Atrien, Tageslicht-optimierte Räume
Kombiniert: Präsenz + Tageslicht
Premium
• Anwesenheitserkennung UND
• Helligkeitsregelung nach Tageslicht
• Zeitprogramme (Nacht/Wochenende)
DALI oder KNX Integration
40-60%Moderne Büros, Bildungseinrichtungen, öffentliche Gebäude

📍 Präsenzmelder richtig platzieren

  • Erfassungsbereich: 6-12 m Radius je nach Montagehöhe
  • Position: Zentral im Raum, freie Sicht (keine Regale/Trennwände)
  • Einstellung: Nachlaufzeit 5-15 Min. (nicht zu kurz!)
  • Empfindlichkeit: An Nutzung anpassen (feine Bewegungen erfassen)
  • Typ: Deckenmelder für Räume, Wandmelder für Flure

☀️ Tageslichtsteuerung optimieren

  • Sensor-Position: Fensternahe Messung des Tageslichts
  • Regelbereich: Dimmbar 10-100% (nie komplett aus bei Tageslicht)
  • Sollwert: Z.B. konstant 500 lx auf dem Schreibtisch
  • Regelverhalten: Langsam dimmen (sanfte Übergänge, nicht wahrnehmbar)
  • Zonen: Fensternah (0-3m) + Raummitte getrennt regeln

5 Maßnahmen für maximale Energieeffizienz

  1. 1. Effiziente LED-Leuchten

    • Mindestens 120 lm/W (Stand 2025), besser ≥ 140 lm/W
    • Hochwertige Markenprodukte mit L80/B10-Wert (80% Lichtstrom nach 50.000-100.000h)
    • Vermeidet vorzeitigen Ausfall und Leistungsabfall

  2. 2. Tageslicht intelligent nutzen

    • Fensternahe Bereiche (0-3m) mit automatischer Dimmung ausstatten
    • Kann 30-50% der Kunstlicht-Betriebsstunden einsparen
    • Wichtig: Blendschutz (Jalousien) mit Lichtsteuerung koordinieren

  3. 3. Präsenzerkennung konsequent einsetzen

    • In allen Nebenflächen: Flure, WCs, Lager, Technikräume (Pflicht nach EnEV)
    • Auch in Besprechungsräumen und Einzelbüros sinnvoll
    • Einsparung: 20-35% durch Vermeidung von Leerlaufzeiten

  4. 4. Zonierung und Flexibilität

    • Nicht genutzte Bereiche einzeln abschaltbar (z.B. Großraumbüro in Abschnitte)
    • Arbeitsplatzleuchten individuell schaltbar (persönliche Kontrolle)
    • Reduziert Überbeleuchtung und erhöht Akzeptanz

  5. 5. Regelmäßige Wartung

    • Leuchtenreinigung alle 1-3 Jahre (je nach Verschmutzung)
    • Erhalten der vollen Lichtausbeute (bis zu 30% Lichtverlust durch Staub möglich)
    • Funktionskontrolle der Sensorik und Steuerung
    • Mehr: Wartungsfaktor

💰 Wirtschaftlichkeitsberechnung

Beispiel Büro 1.000 m², 500 lx, 2.500 h/a Betrieb:

VarianteLeistungVerbrauch/JahrKosten/Jahr*Einsparung
LED ohne Steuerung12 W/m² = 12 kW30.000 kWh9.000 €
LED + Präsenz + Tageslicht12 W/m² = 12 kW15.000 kWh4.500 €4.500 € / 50%

* bei 0,30 €/kWh Strompreis. Berechnen Sie Ihre Kosten: Stromkosten-Rechner

Amortisationsrechnung:

Mehrkosten Steuerungstechnik: ca. 15.000 € (Präsenzmelder, Lichtsensoren, DALI-Gateway)

Jährliche Einsparung: 4.500 €

→ Amortisationszeit: 3,3 Jahre

⚡ Energieeffizienz-Benchmarks (spezifische Leistung W/m²)

8-10 W/m²

Exzellent
High-End LED + Steuerung

10-14 W/m²

Gut
Standard LED mit Steuerung

14-18 W/m²

Akzeptabel
LED ohne Steuerung

> 18 W/m²

Sanierungsbedarf
Veraltete Technik

Richtwerte für Bürobeleuchtung (500 lx). Bei höheren Anforderungen (z.B. 750-1000 lx) entsprechend höher.

Schritt 8: Dokumentation & Umsetzung

Eine vollständige Dokumentation ist essentiell für die professionelle Umsetzung, spätere Wartung und rechtliche Absicherung.

Planungsdokumente erstellen

📋 Vollständige Planungsmappe

DokumentInhalt
1. Lichtkonzept• Beschreibung der Beleuchtungslösung
• Begründung der Leuchtenauswahl
• Lichtverteilung und -wirkung
• Besondere Gestaltungselemente
2. Lichttechnische Berechnung• DIALux/Relux-Bericht (PDF)
• Nachweis der Normwerte (Ēm, U₀, UGR, Ra)
• Isolinien-Diagramme
• 3D-Visualisierungen
3. Anordnungsplan• Grundriss maßstabsgerecht (M 1:50 oder 1:100)
• Leuchtenpositionen mit Nummerierung
• Abmessungen und Abstände
• Legende mit Leuchtentypen
4. Leuchtenverzeichnis• Stückliste (Typ, Anzahl, Artikel-Nr.)
• Technische Daten (lm, W, UGR, Ra, K)
• Montageart und IP-Schutzart
• Datenblätter der Hersteller
5. Elektroplan• Schaltplan mit Zuteilung zu Stromkreisen
• Steuerungsschema (Schalter, Sensoren, DALI-Linie)
• Kabelquerschnitte → Berechnung
• Sicherungsplan
6. Kostenkalkulation• Materialkosten (Leuchten, Steuerung, Kabel)
• Installationskosten (Montage, Verkabelung)
• Optional: Inbetriebnahme, Programmierung
• Gesamtinvestition und Amortisationsrechnung
7. Energiebilanz• Anschlussleistung gesamt (kW)
• Energieverbrauch pro Jahr (kWh/a) → Rechner
• Betriebskosten und Einsparpotenzial
• CO₂-Reduktion (bei Sanierung)

Umsetzung: Von der Planung zur Installation

🔧 Installation

  1. 1. Elektrofachkraft beauftragen
    Nur qualifizierte Betriebe (VDE 0100, VDE 0105)
  2. 2. Montagevorbereitung
    Prüfung der Tragfähigkeit, Aussparungen
  3. 3. Verkabelung
    Nach Elektroplan, Kabelquerschnitte beachten
  4. 4. Leuchten montieren
    Positionsgenau nach Anordnungsplan
  5. 5. Steuerung installieren
    Sensoren, DALI-Komponenten, Taster

✅ Inbetriebnahme & Abnahme

  1. 1. Funktionstest
    Alle Leuchten und Schaltkreise prüfen
  2. 2. Lux-Messung
    Beleuchtungsstärke nach DIN 5035-6 messen
  3. 3. Steuerung einstellen
    Sensoren parametrieren (Nachlaufzeit, Empfindlichkeit)
  4. 4. Nutzereinweisung
    Bedienung der Steuerung erklären
  5. 5. Abnahmeprotokoll
    Messwerte dokumentieren, Gewährleistung sichern

📐 Messung der Beleuchtungsstärke (Abnahme)

Nach DIN 5035-6: Messung auf der Nutzebene (typisch 0,75m Höhe) in einem Raster von 1-2m

  • • Mindestens 9 Messpunkte bei Räumen < 50 m²
  • • Bei größeren Räumen: Messpunkte im Abstand von max. 2 m
  • • Messung bei ausschließlich Kunstlicht (Tageslicht abdecken oder nachts messen)
  • • Luxmeter kalibriert und geeicht verwenden
  • • Messwerte protokollieren: Durchschnitt, Minimum, Gleichmäßigkeit U₀

Schnell-Diagnose: Häufige Probleme und Lösungen

ProblemUrsacheLösung
Zu dunkel trotz neuer LEDWartungsfaktor nicht berücksichtigt oder falsche Lumen-ZahlNachmessen mit Luxmeter, ggf. zusätzliche Leuchten oder höherer Lichtstrom
Starke Blendung am BildschirmUGR-Wert zu hoch, direkte Leuchteneinstrahlung, glänzende OberflächenLeuchten mit niedrigerem UGR wählen (< 19), Mikroprismen-Optik, indirekte Anteile erhöhen
Dunkle Ecken / ungleichmäßigLeuchtenabstand zu groß, Wandabstand zu großZusätzliche Leuchten in Randbereichen, Wandabstand = 0,5 × Leuchtenabstand
Farben wirken verfälschtZu niedriger CRI/Ra-Wert (< 80)Leuchten mit Ra ≥ 90 verwenden, bei Farbbeurteilung Ra ≥ 95
Licht flackert sichtbarSchlechte LED-Qualität, defekter Treiber, Dimmer-InkompatibilitätFlicker-freie LED verwenden, kompatible Dimmer, Treiber prüfen/tauschen
Sehr hoher StromverbrauchIneffiziente Leuchten (< 100 lm/W), keine Steuerung, ÜberbeleuchtungLED-Sanierung (≥ 140 lm/W), Präsenz- und Tageslichtsteuerung nachrüsten
Leuchten fallen häufig ausÜberhitzung (zu wenig Kühlung), Überspannung, minderwertige QualitätBelüftung prüfen, Überspannungsschutz installieren, Markenleuchten verwenden

Die 7 häufigsten Planungsfehler

Vermeiden Sie diese typischen Fehler, die in der Praxis immer wieder vorkommen:

❌ Fehler 1: Wartungsfaktor vergessen

Problem: Anlage nach 1-2 Jahren zu dunkel, Normwerte unterschritten

✓ Lösung: Immer mit Wartungsfaktor MF = 0,67-0,80 rechnen! Details: Wartungsfaktor

❌ Fehler 2: Nur Lux-Werte beachten

Problem: Raum ist zwar hell genug, aber Blendung und ungleichmäßige Ausleuchtung stören

✓ Lösung: Alle 4 Normparameter prüfen: Ēm, U₀, UGR, Ra. Software-Berechnung durchführen!

❌ Fehler 3: Falsche Farbtemperatur

Problem: 6500K (tageslichtweiß) im Wohnzimmer wirkt ungemütlich und kalt

✓ Lösung: Farbtemperatur zur Nutzung passend: 3000K Wohnen, 4000K Büro/Arbeit → Guide

❌ Fehler 4: Zu großer Leuchtenabstand

Problem: Ungleichmäßige Ausleuchtung, dunkle Bereiche zwischen den Leuchten

✓ Lösung: Faustregel beachten: Abstand ≤ 1,5× Montagehöhe. Nutzen Sie den Lampenabstand-Rechner

❌ Fehler 5: Keine Flexibilität / Zonierung

Problem: Bei Umnutzung oder neuer Arbeitsplatzanordnung funktioniert die Beleuchtung nicht mehr

✓ Lösung: Zonenschaltung vorsehen, Dimmbarkeit, DALI-Steuerung für flexible Szenen

❌ Fehler 6: IP-Schutzart unterschätzt

Problem: Leuchten fallen in Feuchträumen oder Produktionshallen vorzeitig aus

✓ Lösung: IP-Schutzart passend wählen: IP44+ für Feuchträume, IP54+ für Produktion → IP-Guide

❌ Fehler 7: Billige Leuchten ohne Qualitätsprüfung

Problem: Frühzeitiger Ausfall, Farbverschiebung, Flackern, schlechter CRI

✓ Lösung: Markenleuchten mit Prüfzertifikat, 5 Jahre Garantie, CRI ≥ 80, Flicker-frei

Checkliste: Ist Ihre Planung vollständig?

✓ Vollständige Planungs-Checkliste

Prüfen Sie jeden Punkt vor der Umsetzung – eine vollständige Planung spart Zeit und Kosten bei der Installation.

📋 Grundlagen

  • Raummaße vollständig erfasst (L × B × H)
  • Nutzung eindeutig definiert
  • Norm-Anforderungen nach DIN EN 12464-1 ermittelt
  • Reflexionsgrade der Oberflächen bestimmt
  • Budget und Amortisationsziel festgelegt
  • Tageslicht-Situation analysiert

🔢 Berechnung

  • Lux-Berechnung durchgeführt (Wirkungsgradverfahren)
  • Wartungsfaktor eingerechnet (MF = 0,67-0,80)
  • Raumindex k berechnet
  • Benötigter Lichtstrom ermittelt (Lumen)
  • Software-Berechnung erstellt (DIALux/Relux)
  • Norm-Nachweise geprüft (Ēm, U₀, UGR, Ra)

💡 Leuchten

  • Leuchtentyp ausgewählt (passend zur Anwendung)
  • UGR-Werte ≤ Norm-Anforderung
  • Farbwiedergabe Ra ≥ 80 (oder höher)
  • Farbtemperatur passend zur Nutzung (3000-5000K)
  • Effizienz ≥ 120 lm/W
  • IP-Schutzart für Umgebung geeignet
  • Leuchtenanordnung geplant (Abstände beachtet)

🎛️ Steuerung & Effizienz

  • Schaltkonzept mit Zonen definiert
  • Dimmbarkeit vorgesehen (wo sinnvoll)
  • Präsenzmelder geplant (Nebenräume/Flure)
  • Tageslichtsteuerung für Fensterbereiche
  • Steuerungsprotokoll festgelegt (DALI/KNX/0-10V)
  • Energieeinsparung berechnet

📄 Dokumentation

  • Lichtkonzept beschrieben
  • Berechnungsbericht erstellt (PDF)
  • Anordnungsplan gezeichnet (M 1:50/1:100)
  • Leuchtenverzeichnis mit Stückliste
  • Elektroplan mit Schaltschema
  • Kostenkalkulation vollständig

🔧 Umsetzung

  • Angebote von Fachfirmen eingeholt
  • Elektrofachkraft beauftragt
  • Installationstermin geplant
  • Lux-Messung nach Fertigstellung vorgesehen
  • Abnahmeprotokoll-Vorlage vorbereitet
  • Nutzereinweisung eingeplant

📊 Zusammenfassung: Die 8 Schritte der professionellen Lichtplanung

  1. Bedarfsanalyse: Nutzung, Sehaufgaben, Raumgeometrie, Wirtschaftlichkeit klären
  2. Normen: DIN EN 12464-1 Werte ermitteln (Ēm, U₀, UGR, Ra)
  3. Lichtkonzept: Allgemein-, Arbeitsplatz- & Akzentbeleuchtung kombinieren
  4. Berechnung: Lichtstrom-Bedarf mit Wirkungsgradverfahren überschlägig ermitteln
  1. Leuchtenauswahl: Nach Lichtstrom, UGR, Ra, Farbtemperatur, Effizienz auswählen und anordnen
  2. Software: DIALux/Relux für präzise Berechnung und Normnachweis nutzen
  3. Steuerung: Präsenz + Tageslicht = 40-60% Energieeinsparung realisieren
  4. Dokumentation: Vollständige Planung für professionelle Umsetzung erstellen

Nützliche Tools & Rechner

Nutzen Sie unsere kostenfreien Online-Rechner für Ihre Lichtplanung:

Leuchtmittel-Vergleich: LED vs. konventionelle Beleuchtung

KriteriumLED (2025)Leuchtstofflampe (T5/T8)Halogen
Effizienz (lm/W)120-18080-10015-20
Lebensdauer (Stunden)50.000-100.00015.000-20.0002.000-4.000
Wartungsfaktor (MF)0,75-0,900,67-0,750,85-0,90
Farbwiedergabe (Ra)80-9880-90100
Dimmbarkeit0-100% stufenlos10-100% (mit EVG)0-100% (verlustreich)
Schaltzyklen> 1.000.00050.000-100.000unbegrenzt
Wärmeentwicklunggering (ca. 30% Wärme)mittel (ca. 40% Wärme)sehr hoch (ca. 90% Wärme)
QuecksilberNein ✓Ja (Sondermüll)Nein
Betriebskosten (10 Jahre)niedrig (Referenz: 100%)mittel (ca. 150%)sehr hoch (ca. 600%)

Weiterführende Artikel

⚠️ Rechtlicher Hinweis

Dieser Guide dient der Grundorientierung und Wissensvermittlung. Für professionelle Projekte, insbesondere bei Arbeitsstätten, konsultieren Sie bitte einen qualifizierten Lichtplaner, Elektroingenieur oder Elektrofachbetrieb. Die Einhaltung der DIN EN 12464-1 und anderer relevanter Normen ist bei Arbeitsstätten rechtlich bindend. Die Berechnungen und Angaben in diesem Guide erfolgen ohne Gewähr. Für rechtsverbindliche Planungen und Nachweise ist eine professionelle Berechnung mit zertifizierter Software (DIALux, Relux) erforderlich.