Wartungsfaktor berechnen nach DIN EN 12464-1 & CIE 97

🔧 Was ist der Wartungsfaktor?

Der Wartungsfaktor (MF = Maintenance Factor) ist ein planungsrelevanter Korrekturfaktor, der den unvermeidlichen Lichtstromrückgang einer Beleuchtungsanlage über ihre Nutzungsdauer berücksichtigt.

Hauptursachen für Lichtverlust: LED-Degradation (LLMF), Leuchtenverschmutzung (LMF), Raumverschmutzung (RMF) und Leuchtmittelausfälle (LSF). Normative Grundlagen: DIN EN 12464-1 und CIE 97:2005.

Warum ist der Wartungsfaktor wichtig?

❌ Ohne Wartungsfaktor:

  • Anlage erfüllt Anforderungen nur am Anfang
  • Nach 1-2 Jahren: Beleuchtungsstärke unter Norm-Mindestwert
  • Höhere Betriebskosten (häufigerer Austausch)

✓ Mit Wartungsfaktor:

  • Anlage erfüllt Anforderungen über gesamte Wartungsperiode
  • Planungssicherheit
  • Optimierte Betriebskosten

Normative Grundlagen

  • DIN EN 12464-1: Licht und Beleuchtung – Beleuchtung von Arbeitsstätten – Teil 1: Arbeitsstätten in Innenräumen (definiert Mindest-Wartungsfaktoren)
  • CIE 97:2005: "Maintenance of Indoor Electric Lighting Systems" (detaillierte Berechnungsmethoden für MF-Komponenten)
  • CIE 154:2003: "The Maintenance of Outdoor Lighting Systems" (für Außenanlagen)

Zusammensetzung des Wartungsfaktors

MF = LLMF × LSF × LMF × RMF

Alle vier Faktoren (jeweils ≤ 1,0) multipliziert ergeben den Gesamt-Wartungsfaktor

Lichtstromverlauf über Wartungsperiode

100%80%67%0%01 Jahr2 Jahre3 Jahre4 JahreBüro (MF≈0,80)Werkstatt (MF≈0,67)WartungNorm-MindestwertZeit (Betriebsdauer)Lichtstrom (%)

Die Kurven zeigen typische Lichtstromverläufe. Die Anlage muss bei Installation so dimensioniert sein, dass sie auch am Wartungspunkt noch die Norm-Anforderungen erfüllt.

1. LLMF - Lamp Lumen Maintenance Factor (Lichtstrom-Wartungsfaktor)

Bedeutung: Beschreibt den prozentualen Lichtstromrückgang der LED-Lichtquelle durch irreversible Alterung (Degradation) über die Betriebszeit.

Abhängig von:

  • LED-Qualität: L-Wert (L70, L80, L90 = Lichtstrom bei 70%, 80%, 90%)
  • Betriebsstunden: Kumulierte Brenndauer bis zum Wartungsintervall
  • Betriebstemperatur: Junction-Temperatur (Tj) – höhere Temperatur = schnellere Degradation
  • Stromversorgung: Konstantstrom vs. gepulster Betrieb

Beispiel: Ein LED mit L80/50.000h bedeutet: Nach 50.000 Stunden hat die LED noch mindestens 80% ihres ursprünglichen Lichtstroms (LLMF = 0,80).

LED-Degradationskurven nach L-Wert

100%90%80%70%0%015k30k45k60k hL90 (Premium)L80 (Standard)L70 (Basis)≈30.000hBetriebsstundenLichtstrom (%)

Premium-LEDs (L90) behalten länger einen höheren Lichtstrom. Bei 30.000 Betriebsstunden: L90≈0,93, L80≈0,85, L70≈0,75.

LED-QualitätBetriebsstundenLLMF
Premium (L80/50.000h)20.000h0,95
Standard (L70/50.000h)25.000h0,85
Einfach (L70/25.000h)15.000h0,80

2. LSF - Lamp Survival Factor

Bedeutung: Anteil der noch funktionierenden Lichtquellen

Abhängig von:

  • Ausfallrate (B10, B20)
  • Wartungsstrategie (Einzelaustausch vs. Gruppenaustausch)
StrategieAusfallrateLSF
Sofortiger EinzelaustauschDefekte sofort ersetzt1,0
Periodischer EinzelaustauschB10 (90% funktionieren)0,95
GruppenaustauschAlle bei Wartung getauscht1,0

3. LMF - Luminaire Maintenance Factor (Leuchten-Wartungsfaktor)

Bedeutung: Beschreibt den Lichtverlust durch Verschmutzung optischer Bauteile der Leuchte (Diffusor, Reflektor, Linsen, Abdeckungen).

Abhängig von:

  • Umgebung: Staubbelastung, Aerosole, Feuchtigkeit (Verschmutzungsgrad nach CIE: sehr sauber bis sehr schmutzig)
  • Schutzart: IP-Schutzklasse (IP20 = offen, IP54 = staubgeschützt, IP65/IP66 = staubdicht)
  • Wartungsintervall: Zeit zwischen Reinigungen
  • Bauart: Direkt/indirekt-strahlend, geschlossen/offen, Oberflächenbeschichtung
Umgebung (CIE-Kategorie)IP-SchutzartLMF (3 Jahre)
Sehr sauber
(Reinraum, klimatisierte Büros)
IP54 geschlossen0,97
Sauber
(Büros, Schulen, Krankenhäuser)
IP54 geschlossen0,95
Normal
(Leichte Industrie, Verkaufsräume)
IP54 geschlossen0,92
Staubig
(Werkstätten, Holzverarbeitung)
IP65 staubdicht0,88
Sehr staubig
(Schwerindustrie, Steinbruch)
IP65/IP660,82
Sauber (offen)
(Büro, offene Leuchte)
IP20 offen0,90

💡 Wichtiger Hinweis zur IP-Schutzart:

Höhere IP-Schutzarten (IP65/IP66) verhindern zwar das Eindringen von Staub, aber äußere Verschmutzung (Staub auf Abdeckung) reduziert trotzdem den Lichtstrom. Daher ist auch bei IP65-Leuchten in sehr staubigen Umgebungen regelmäßige Reinigung erforderlich!

4. RMF - Room Maintenance Factor (Raum-Wartungsfaktor)

Bedeutung: Beschreibt den indirekten Lichtverlust durch Verschmutzung der Raumoberflächen (Wände, Decke, Boden), die zu einem verringerten Reflexionsgrad führt.

Abhängig von:

  • Verschmutzungsgrad: Staubablagerung, Vergilbung, Verfärbung der Oberflächen
  • Reflexionsgrad: Helle Oberflächen (ρ > 0,7) reagieren empfindlicher auf Verschmutzung
  • Reinigungsintervall: Zeit zwischen Renovierung/Reinigung der Raumflächen
  • Beleuchtungsart: Indirektbeleuchtung (Deckenreflexion) stärker betroffen als Direktbeleuchtung

Hinweis: Bei reiner Direktbeleuchtung (kein indirekter Anteil) kann RMF ≈ 1,0 angesetzt werden, da Reflexion keine Rolle spielt. Bei Indirekt- und Mischbeleuchtung ist RMF kritisch.

UmgebungReinigungRMF (3 Jahre)
Sehr sauberRegelmäßig0,98
SauberRegelmäßig0,96
NormalGelegentlich0,94
VerschmutztSelten0,90

Berechnung: Praxisbeispiele

📐 Berechnungsschema: Wartungsfaktor bestimmen

1. LLMF

Herstellerdatenblatt prüfen oder Degradationskurve ablesen

2. LSF

Wartungsstrategie festlegen (Einzel- vs. Gruppenaustausch)

3. LMF

Umgebung + IP-Schutz + Intervall → Tabelle/CIE 97

4. RMF

Verschmutzung + Reflexion + Beleuchtungsart

MF = LLMF × LSF × LMF × RMF

Beispiel 1: Sauberes Büro (Idealfall)

Rahmenbedingungen:

  • Anwendung: Klimatisiertes Großraumbüro, ca. 4.000 Betriebsstunden/Jahr
  • Umgebung: Sehr sauber, regelmäßige Reinigung (CIE-Kategorie: "sehr sauber")
  • LED-Module: Markenhersteller, L80/50.000h zertifiziert
  • Wartungsintervall: 3 Jahre (= 12.000 Betriebsstunden)
  • Leuchten: LED-Panels, geschlossen IP54, Direktlicht-Anteil 100%
  • Wartungsstrategie: Sofortaustausch defekter Module

Berechnung:

LLMF = 0,95 (L80-LED nach 12.000h: ca. 95% Restlichtstrom)

LSF = 1,0 (Sofortaustausch → alle Leuchten funktionieren)

LMF = 0,95 (IP54, sehr sauber, 3 Jahre)

RMF = 0,97 (sehr sauber, helle Flächen, 100% Direktlicht)

MF = 0,95 × 1,0 × 0,95 × 0,97 = 0,875

→ Ergebnis:

• Nach 3 Jahren noch 87,5% der ursprünglichen Beleuchtungsstärke

• Planungsfaktor: E₀ = Ēm / 0,875 = Ēm × 1,14

• Für 500 lx (Norm): 500 / 0,875 ≈ 571 Lux bei Installation erforderlich

Beispiel 2: Staubige Werkstatt (Herausfordernd)

Rahmenbedingungen:

  • Anwendung: Mechanische Werkstatt, Metallbearbeitung, ca. 5.000 Betriebsstunden/Jahr
  • Umgebung: Staubig, metallischer Feinstaub, Späne (CIE-Kategorie: "staubig")
  • LED-Module: Standard-Qualität, L70/50.000h
  • Wartungsintervall: 3 Jahre (= 15.000 Betriebsstunden)
  • Leuchten: Feuchtraumleuchten IP65, staubdicht
  • Wartungsstrategie: Gruppenaustausch alle 3 Jahre

Berechnung:

LLMF = 0,85 (L70-LED nach 15.000h: ca. 85% Restlichtstrom)

LSF = 1,0 (Gruppenaustausch → alle Module werden getauscht)

LMF = 0,88 (IP65, staubig, 3 Jahre – Außenverschmutzung!)

RMF = 0,90 (verschmutzte Wände/Decke, reduzierte Reflexion)

MF = 0,85 × 1,0 × 0,88 × 0,90 = 0,673

→ Ergebnis:

• Nach 3 Jahren nur noch 67,3% der ursprünglichen Beleuchtungsstärke

• Planungsfaktor: E₀ = Ēm / 0,673 = Ēm × 1,49

• Für 300 lx (Norm Werkstatt): 300 / 0,673 ≈ 446 Lux bei Installation erforderlich (+49%!)

Beispiel 3: Verkaufsraum mit Indirektbeleuchtung

Rahmenbedingungen:

  • Anwendung: Modegeschäft, ca. 3.500 Betriebsstunden/Jahr (lange Öffnungszeiten)
  • Umgebung: Normal sauber, Publikumsverkehr
  • LED-Module: Premium L80/60.000h
  • Wartungsintervall: 2 Jahre (= 7.000 Betriebsstunden)
  • Leuchten: Indirekt-/Direktstrahler (50/50), IP20 offen, weiße Decke (ρ = 0,80)
  • Wartungsstrategie: Periodischer Einzelaustausch (B10-Strategie)

Berechnung:

LLMF = 0,97 (Premium-LED nach nur 7.000h: minimaler Rückgang)

LSF = 0,98 (B10-Strategie: 90% funktionieren, 10% toleriert bis Wartung)

LMF = 0,93 (IP20 offen, normal sauber, 2 Jahre)

RMF = 0,93 (50% indirekt → Deckenreflexion wichtig, normale Verschmutzung)

MF = 0,97 × 0,98 × 0,93 × 0,93 = 0,818

→ Ergebnis:

• Nach 2 Jahren noch 81,8% der ursprünglichen Beleuchtungsstärke

• Kürzeres Intervall + Premium-LED = besserer MF trotz offener Leuchten

• Für 300 lx (Verkauf): 300 / 0,818 ≈ 367 Lux bei Installation erforderlich

Typische Wartungsfaktoren nach DIN EN 12464-1

AnwendungWartungsintervallTypischer MF
Büro (sauber, klimatisiert)3 Jahre0,80 - 0,87
Verkaufsraum2-3 Jahre0,75 - 0,82
Schule, Krankenhaus3 Jahre0,75 - 0,80
Produktion (normal)2-3 Jahre0,70 - 0,75
Werkstatt (staubig)2-3 Jahre0,67 - 0,72
Industrie (sehr staubig)1-2 Jahre0,60 - 0,67
Außenbereich3 Jahre0,70 - 0,75

Einfluss des Wartungsintervalls

💡 Kürzere Intervalle = höherer MF = weniger Überdimensionierung

Beispiel: Standard-Büro (L80-LED, IP54, saubere Umgebung)

WartungsintervallBetriebsstundenMFÜberdimensionierungEmpfehlung
1 Jahr~4.000h0,92+9%✓ Ideal, hoher Aufwand
2 Jahre~8.000h0,85+18%✓ Empfohlen für kritische Bereiche
3 Jahre~12.000h0,80+25%✓ Standard nach DIN EN 12464-1
4 Jahre~16.000h0,75+33%⚠ Nur bei unkritischen Bereichen
5+ Jahre>20.000h<0,70>+43%❌ Nicht normkonform!

Wirtschaftlichkeit beachten: Kürzere Intervalle = höherer MF = geringere Installationskosten, aber höhere laufende Wartungskosten. Die DIN EN 12464-1 empfiehlt 2-3 Jahre als optimalen Kompromiss.

Wartungsstrategien

1. Sofortiger Einzelaustausch

Vorgehen: Defekte Module werden sofort ersetzt (LSF = 1,0)

✓ Vorteile:

  • Höchster LSF-Faktor (1,0)
  • Keine Ausfälle toleriert
  • Immer volle Beleuchtungsstärke

✗ Nachteile:

  • Höchste Personalkosten
  • Lichtfarb-Differenzen möglich (Binning)
  • Lagerhaltung erforderlich

Einsatz: Sicherheitsrelevante Bereiche, OP-Säle, kritische Produktion

2. Periodischer Einzelaustausch

Vorgehen: Defekte Module bei planmäßiger Wartung austauschen (LSF = 0,90-0,98)

✓ Vorteile:

  • Planbare Wartungskosten
  • Geringere Materialkosten
  • Akzeptabler LSF (B10-Strategie)

✗ Nachteile:

  • Zeitweise Ausfälle (bis 10% toleriert)
  • Uneinheitliche Lichtfarbe
  • Niedrigerer MF als Sofortaustausch

Einsatz: Standard-Büros, Schulen, Verkaufsräume (B10-Norm)

3. Gruppenaustausch

Vorgehen: Alle Module werden bei Wartung getauscht (LSF = 1,0)

✓ Vorteile:

  • LSF = 1,0 (alle neu)
  • Einheitliche Lichtfarbe
  • Planbare Gesamtkosten
  • Keine Lagerhaltung nötig

✗ Nachteile:

  • Höchste Materialkosten
  • Entsorgung funktionierender LEDs
  • Nicht nachhaltig

Einsatz: Industriehallen, kritische Prozesse, wenn Farbkonstanz wichtig ist

Entscheidungshilfe: Welche Strategie wählen?

KriteriumSofortaustauschPeriodischGruppenaustausch
LSF-Wert1,00,90-0,981,0
PersonalkostenSehr hochMittelNiedrig
MaterialkostenNiedrigNiedrigHoch
Farbkonstanz❌ Variabel❌ Variabel✓ Homogen
Nachhaltigkeit✓ Gut✓ Gut❌ Schlecht

Wartungsfaktor in der Lichtplanung anwenden

Schritt-für-Schritt

  1. Norm-Anforderung ermitteln
    Z.B. Büro: Ēm = 500 Lux Beleuchtungsstärke (DIN EN 12464-1)
  2. Wartungsintervall festlegen
    Z.B. 3 Jahre = 12.000 Betriebsstunden
  3. Wartungsfaktor bestimmen
    Aus Tabelle oder berechnen: MF = 0,80
  4. Anfangsbeleuchtungsstärke berechnen
    E₀ = Ēm / MF = 500 lx / 0,80 = 625 Lux
  5. Anlage dimensionieren
    Leuchten für 625 Lux auslegen statt nur 500 Lux

Häufige Fehler vermeiden

❌ Wartungsfaktor komplett vergessen

→ Anlage erfüllt Anforderungen nur kurze Zeit. Norm-Mindest werte werden unterschritten!

❌ Zu optimistischen MF wählen (z.B. 0,95)

→ Realistisch sind meist 0,67-0,85. Zu hoher MF = zu dunkle Anlage!

❌ MF zu niedrig ansetzen (z.B. 0,5)

→ Überdimensionierung, unnötige Mehrkosten, Energieverschwendung

❌ Wartung dann nicht durchführen

→ MF basiert auf Annahme regelmäßiger Wartung. Ohne Wartung noch dunklerer!

Software-Tools für Wartungsfaktor-Berechnung

DIALux evo / DIALux 4

Professionelle Lichtplanungssoftware (kostenlos)

  • Automatische MF-Berechnung nach CIE 97
  • Wartungsplan-Assistent
  • Leuchtendatenbank mit LLMF-Kurven
  • Wartungsintervall einstellbar

Tipp: MF-Faktoren im Berechnungsbericht dokumentiert → für Bauherr/Gutachter

RELUX Desktop / RELUX Cloud

Schweizer Lichtplanungs-Software (kostenlos)

  • CIE 97-konforme MF-Berechnung
  • Umgebungskategorien voreingestellt
  • Herstellerdaten automatisch importiert
  • Wartungsszenarien vergleichen

Tipp: "Wartungsplan"-Funktion nutzt Leuchten-spezifische LMF-Werte

Hersteller-Tools

Leuchten- und LED-Hersteller bieten oft eigene Rechner

  • OSRAM LightCalc: LED-spezifische LLMF-Werte
  • Philips Calculator: Produktspezifische Degradation
  • TRILUX LC²: Integrierte Wartungsplanung

Vorteil: Exakte LLMF-Daten für konkrete Produkte

Excel/Online-Rechner

Einfache Berechnungstools für Schnellabschätzung

  • Manuelle Eingabe der 4 Faktoren
  • Tabellarische Richtwerte (CIE/DIN)
  • Keine 3D-Planung

Limitierung: Keine raumspezifische Berechnung, nur Überschlagsrechnung

🔍 Wichtig bei Software-Nutzung:

  • Prüfen, ob Software nach aktueller CIE 97:2005 rechnet (nicht ältere Versionen)
  • Wartungsintervall und Umgebungskategorie manuell korrekt einstellen
  • Bei Leuchtendatenbanken: LLMF-Kurven vom Hersteller verifizieren lassen
  • MF-Werte im Planungsbericht dokumentieren und begründen

✓ Zusammenfassung: Wartungsfaktor richtig berechnen

Grundlagen

  • Formel: MF = LLMF × LSF × LMF × RMF
  • Normative Basis: DIN EN 12464-1, CIE 97:2005
  • Ziel: Norm-Beleuchtungsstärke über gesamte Wartungsperiode

Typische Werte

  • Büro (sauber): MF = 0,80 – 0,87
  • Industrie (normal): MF = 0,70 – 0,75
  • Werkstatt (staubig): MF = 0,67 – 0,72

Planungspraxis

  • Berechnung: E₀ = Ēm / MF (Anfangsbeleuchtungsstärke höher als Normwert)
  • Wartungsintervall: 2-3 Jahre empfohlen nach DIN EN 12464-1
  • Software: DIALux/RELUX für automatische CIE 97-Berechnung
  • Wartung: Plan einhalten, sonst Unterschreitung der Normwerte!
  • Dokumentation: MF-Werte und Annahmen im Planungsbericht festhalten

Weiterführende Informationen

Hinweis: Die angegebenen Wartungsfaktoren sind Richtwerte. Für konkrete Projekte sollten die tatsächlichen Bedingungen analysiert und ggf. mit dem Leuchtenhersteller abgestimmt werden. Lichttechnische Software berechnet MF-Werte projektspezifisch.