Farbwiedergabeindex CRI/Ra-Wert erklärt
🎨 Was ist der Farbwiedergabeindex (CRI/Ra)?
Der Farbwiedergabeindex (englisch: Color Rendering Index, CRI), in Deutschland auch Ra-Wert genannt, ist eine dimensionslose Kennzahl von 0 bis 100, die beschreibt, wie naturgetreu Farben unter einer künstlichen Lichtquelle im Vergleich zu einer Referenzlichtquelle (Tageslicht oder Planckscher Strahler) wiedergegeben werden. Je höher der Wert, desto natürlicher erscheinen die Farben.
Grundlagen der Farbwiedergabe
Der Farbwiedergabeindex wurde von der Internationalen Beleuchtungskommission (CIE)entwickelt und ist in der Norm DIN 6169 bzw. CIE 13.3 definiert. Tageslicht mit kontinuierlichem Spektrum dient als Referenz mit CRI = 100. Eine Lichtquelle mit CRI 100 gibt alle Farben genauso natürlich wieder wie die Referenzlichtquelle bei gleicher Farbtemperatur.
CRI-Skala: Qualität der Farbwiedergabe
Die Bewertungsskala
| CRI-Bereich | Bewertung | Anwendung |
|---|---|---|
| 90-100 | Ausgezeichnet | Museen, Galerien, Fotostudios, Zahnarztpraxen |
| 80-89 | Sehr gut | Wohnräume, Büros, Restaurants, Shops |
| 70-79 | Gut | Lager, Industriehallen (ohne Farbprüfung) |
| 60-69 | Befriedigend | Straßenbeleuchtung, Parkplätze |
| < 60 | Mangelhaft | Nicht für Innenräume empfohlen |
Wie wird der Farbwiedergabeindex gemessen?
Messverfahren nach DIN 6169 / CIE 13.3
Das standardisierte Messverfahren vergleicht die spektrale Reflexion von Testfarben unter der zu prüfenden Lichtquelle mit einer Referenzlichtquelle gleicher Farbtemperatur:
- Auswahl der Referenzlichtquelle: Für Farbtemperaturen < 5000 K wird ein Planckscher Strahler (Schwarzkörperstrahler) verwendet, für ≥ 5000 K normiertes Tageslicht.
- Beleuchtung der Testfarben: 8 standardisierte Testfarbmuster (R1-R8) nach DIN 6169 werden nacheinander unter beiden Lichtquellen beleuchtet.
- Spektralanalyse: Die spektrale Reflexion jeder Testfarbe wird mit einem Spektralphotometer im sichtbaren Bereich (380-780 nm) gemessen.
- Farbortverschiebung: Für jede Testfarbe wird die Farbortverschiebung im CIE 1964 U*V*W*-Farbraum (oder modernem CIELAB) berechnet.
- Einzelwerte Ri: Aus den Farbortverschiebungen werden die Einzelwerte R1 bis R8 berechnet (100 = keine Abweichung).
- Allgemeiner Ra-Wert: Der arithmetische Mittelwert der 8 Einzelwerte ergibt den allgemeinen Farbwiedergabeindex Ra (CRI).
Die 8 Standardtestfarben (R1-R8) nach DIN 6169
Die Testfarben sind mittelgesättigte Pastelltöne mit definierten Munsell-Notationen, die gleichmäßig über den Farbkreis verteilt sind:
Altrosa
Senfgelb
Gelbgrün
Hellgrün
Türkisblau
Himmelblau
Violett
Flieder
Erweiterte Testfarben (R9-R14)
Zusätzlich zu den 8 Standardfarben definiert die Norm 6 Sonderfarben für spezifische Anwendungen:
Wichtig für Hauttöne
Warme Farbtöne
Vegetation
Himmel, Wasser
Kaukasische Haut
Naturfarben
Wichtig: Der allgemeine Ra-Wert berücksichtigt nur R1-R8. Die Sonderfarben R9-R14 werden separat angegeben, da sie nicht in den CRI einfließen.
Farbwiedergabeindex verschiedener Lichtquellen
Unterschiedliche Leuchtmittel-Technologien haben charakteristische Spektralverteilungen, die sich stark auf die Farbwiedergabe auswirken:
| Lichtquelle | CRI/Ra | R9 | Spektrum-Typ | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|
| Tageslicht (Referenz) | 100 | 100 | Kontinuierlich | Natürliche Referenz |
| Glühlampe | 100 | 100 | Kontinuierlich | Planckscher Strahler |
| Halogenlampe | 100 | 100 | Kontinuierlich | Verbesserte Glühlampe |
| LED Premium (High-CRI) | 95-98 | 95+ | Optimiertes Phosphor | Beste LED-Qualität |
| LED Standard (Wohnbereich) | 80-89 | 0-50 | Standard-Phosphor | Gute Alltagsqualität |
| LED Budget | 70-79 | < 0 | Einfaches Phosphor | Billige LEDs, Farbstiche |
| Leuchtstofflampe (Vollspektrum) | 85-95 | 60-80 | Linienspektrum | Hochwertige CFL |
| Leuchtstofflampe (Standard) | 70-85 | 20-40 | Linienspektrum | Standard-Energiesparlampe |
| Leuchtstofflampe (billig) | 60-70 | < 0 | Linienspektrum | Schlechte Farbwiedergabe |
| Metallhalogenlampe | 80-95 | 70-85 | Linienspektrum | Professionelle Beleuchtung |
| Quecksilberdampflampe | 40-60 | < 0 | Linienspektrum | Grünstichig, veraltet |
| Natriumdampflampe | 20-25 | < 0 | Mono-Spektrum | Nur für Straßenbeleuchtung |
Spektralvergleich: Warum LEDs unterschiedlich abschneiden
Die Qualität der Farbwiedergabe hängt von der Spektralverteilung ab. Hier ein vereinfachter Vergleich:
Hinweis: Tageslicht hat ein kontinuierliches, gleichmäßiges Spektrum. Premium-LEDs kommen dem sehr nahe. Standard-LEDs zeigen einen starken blauen Peak (vom LED-Chip) und häufig eine Schwäche im roten Bereich (R9), was zu blassen Hauttönen führt.
Wann ist hoher CRI wichtig?
✓ Hoher CRI erforderlich (≥90)
- 🎨 Kunstgalerien, Museen - Gemälde korrekt darstellen
- 👔 Bekleidungsgeschäfte - Farben müssen stimmen
- 🥩 Metzgereien, Bäckereien - Lebensmittel appetitlich
- 📸 Fotostudios - Präzise Farbwiedergabe
- 🦷 Zahnarztpraxen - Zahnfarben beurteilen
- 💄 Kosmetikstudios - Hautfarben natürlich
- 🏭 Farbprüfung Industrie - Qualitätskontrolle
○ Mittlerer CRI ausreichend (80-89)
- 🏢 Büros - DIN EN 12464-1 fordert Ra ≥ 80
- 🏠 Wohnräume - Gute Farbwiedergabe gewünscht
- 🍽️ Restaurants - Angenehme Atmosphäre
- 🏨 Hotels - Wohnlich und einladend
- 🛒 Supermärkte - Produkte ansprechend
- 🏫 Schulen - Gutes Sehen wichtig
○ Niedriger CRI akzeptabel (<80)
- 📦 Lager, Parkhaus - Hauptsache hell
- 🏭 Industriehallen (ohne Farbprüfung)
- 🚗 Straßenbeleuchtung - Sicherheit vor Farbe
- 🌳 Außenbeleuchtung - Nachts weniger wichtig
- 🔧 Keller, Technikräume - Funktional
Hier steht Energieeffizienz vor Farbqualität.
Der R9-Wert: Die kritische Ergänzung zum CRI
⚠️ Wichtige Einschränkung des Standard-CRI
Der allgemeine Farbwiedergabeindex Ra basiert ausschließlich auf den 8 Pastellfarben R1-R8. Diese enthalten kein gesättigtes Rot. Deshalb kann eine Lichtquelle einen guten CRI-Wert von 80-85 erreichen, aber trotzdem rote Farbtöne sehr schlecht wiedergeben.
Konsequenzen: Hautfarben wirken blass, kränklich oder gräulich. Rote Textilien erscheinen orange-braun. Lebensmittel (Fleisch, Tomaten) sehen unappetitlich aus.
R9-Bewertungsskala (Gesättigtes Rot)
Der R9-Wert misst die Wiedergabe von gesättigtem Rot (Munsell 7.5R 6/12) und ist besonders wichtig für natürliche Hauttöne:
| R9-Wert | Bewertung | Wirkung auf Hauttöne | Wirkung auf Rottöne |
|---|---|---|---|
| > 90 | Ausgezeichnet | Natürlich, gesund, lebhaft | Brilliant, satt, rein |
| 70-90 | Sehr gut | Gut, kaum Unterschied zu Tageslicht | Kräftig, leicht entsättigt |
| 50-70 | Gut | Akzeptabel, leicht blass | Rot tendiert zu Orange |
| 0-50 | Mäßig | Blass, fahl, ungesund wirkend | Deutlich orange bis braun |
| < 0 | Schlecht | Grau-gelblich, kränklich | Braun-grau, kein echtes Rot |
🔍 Warum können R9-Werte negativ sein?
R9 kann theoretisch Werte unter 0 erreichen, wenn die Farbortverschiebung extrem groß ist. Dies bedeutet, dass die Lichtquelle gesättigtes Rot stärker verfälschtals eine hypothetische Lichtquelle, die gar kein rotes Licht enthält. Typisch für billige LEDs mit schlechter Phosphormischung oder alte Quecksilberdampflampen.
💡 Kaufempfehlung: CRI und R9 gemeinsam betrachten
Für Wohnzimmer, Bad, Küche, Schlafzimmer, Fotografie
Für Büros, Flure, Arbeitszimmer
Häufig bei Budget-LEDs – Hauttöne wirken unnatürlich!
Praxis-Tipp: Hochwertige LED-Hersteller geben sowohl CRI als auch R9 an. Fehlt die R9-Angabe, ist der Wert meist niedrig. Lassen Sie sich Datenblätter zeigen oder kaufen Sie nur bei Händlern mit Rückgaberecht.
Farbwiedergabeindex in Normen und Vorschriften
DIN EN 12464-1: Beleuchtung von Arbeitsstätten
Die wichtigste europäische Norm für Arbeitsplatzbeleuchtung definiert Mindestanforderungen an den Farbwiedergabeindex:
| Arbeitsbereich | Mindest-Ra |
|---|---|
| Büros, Schulen, Verkaufsräume | ≥ 80 |
| Industriehallen mit Farbprüfung | ≥ 90 |
| Druckereien, Farbabstimmung | ≥ 90 |
| Zahnarztpraxen (Behandlung) | ≥ 90 |
| Lager ohne Farbprüfung | ≥ 60 |
Rechtlich bindend: Diese Norm ist in Deutschland durch Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und Arbeitsstättenregel ASR A3.4 verbindlich für Arbeitgeber.
DIN 5035: Innenraumbeleuchtung mit künstlichem Licht
Diese ergänzende Norm gibt Empfehlungen für verschiedene Räume:
- Ra ≥ 80: Standard für Wohn- und Arbeitsräume
- Ra ≥ 85: Empfohlen für Küchen, Bäder, Kinderzimmer
- Ra ≥ 90: Verkaufsflächen für Textilien, Kosmetik, Lebensmittel
- Ra ≥ 90: Museen, Galerien (mit Berücksichtigung UV-/IR-Strahlung)
DIN 6169: Farbwiedergabe – Testverfahren
Diese technische Norm definiert das Messverfahren für den Farbwiedergabeindexund entspricht der internationalen Norm CIE 13.3. Sie legt die 14 Testfarben (R1-R14), die Referenzlichtquellen und die Berechnungsmethode fest.
Häufige Irrtümer
❌ "Hoher CRI = Gute Lichtqualität"
Falsch. CRI misst nur Farbwiedergabe, nicht Helligkeit, Gleichmäßigkeit oder Blendung. Alle Faktoren sind wichtig.
❌ "CRI über 100 ist besser"
Falsch. Die Skala endet bei 100 (Tageslicht). Werte darüber ergeben physikalisch keinen Sinn (außer bei speziellen Messverfahren wie TM-30).
❌ "CRI 85 ist 5% schlechter als CRI 90"
Falsch. Die Skala ist nicht linear. Der Unterschied zwischen 85 und 90 ist deutlich sichtbar, vor allem bei Rot-Tönen.
TM-30-20: Moderne Bewertungsmethode für Farbwiedergabe
IES TM-30-20 – Die Weiterentwicklung
Das von der Illuminating Engineering Society (IES) entwickelte Technical Memorandum TM-30 (aktuelle Version: TM-30-20) ist eine moderne Alternative zum klassischen CRI, die speziell für LED-Technologie optimiert wurde.
❌ Schwächen des klassischen CRI
- Nur 8 Pastellfarben (R1-R8)
- Keine gesättigten Farben
- Keine Aussage über Farbsättigung
- Entwickelt für thermische Strahler, nicht LEDs
- R9-R14 werden nicht standardmäßig erfasst
- Einfacher Durchschnittswert
✓ Vorteile von TM-30
- 99 Testfarben (Color Evaluation Samples)
- Gleichmäßige Verteilung im Farbraum
- Gesättigte und ungesättigte Farben
- Zwei Kennzahlen: Rf und Rg
- 16 Farbfelder-Diagramm (Hue-Angle Bins)
- Detaillierte Farbverschiebungsgrafik
Die zwei TM-30 Kennzahlen
Rf– Fidelity Index (Farbtreue)
Misst die durchschnittliche Farbtreue aller 99 Testfarben. Entspricht konzeptionell dem klassischen CRI, ist aber präziser.
Skala: 0-100 (100 = perfekte Übereinstimmung mit Referenz)
Typische Werte: Rf ≥ 80 gut, Rf ≥ 90 ausgezeichnet
Rg– Gamut Index (Farbsättigung)
Misst die relative Farbsättigung im Vergleich zur Referenz. Zeigt, ob Farben lebendiger (Rg > 100) oder matter (Rg < 100) wirken.
Skala: Typisch 60-120 (100 = identische Sättigung)
Interpretation:
• Rg = 100: Neutrale Farbwiedergabe
• Rg > 100: Erhöhte Farbsättigung (lebendigere Farben)
• Rg < 100: Verringerte Sättigung (matte Farben)
📊 Praktische Interpretation
Rf = 95, Rg = 100
Hervorragende Farbtreue, neutrale Sättigung. Ideal für Fotografie, Kunst, medizinische Anwendungen.
Rf = 90, Rg = 108
Gute Farbtreue, leicht erhöhte Sättigung. Wirkt lebendig, gut für Einzelhandel (Lebensmittel, Mode).
Rf = 82, Rg = 95
Akzeptable Farbtreue, leicht matter. Für Büros ausreichend, aber nicht für Farbkritische Bereiche.
Rf = 75, Rg = 85
Mäßige Farbtreue, deutlich matter. Budget-LEDs – nicht für Wohnbereiche empfohlen.
⏳ Status und Verbreitung
Stand 2025: TM-30 wird zunehmend von Premium-LED-Herstellern angegeben, ist aber noch nicht so verbreitet wie CRI. Die meisten Normen und Vorschriften (z.B. DIN EN 12464-1) beziehen sich weiterhin auf den klassischen CRI/Ra-Wert.
Empfehlung: Wenn verfügbar, beide Werte betrachten. CRI/Ra für normgerechte Planung, TM-30 für detaillierte Qualitätsbewertung moderner LEDs.
Kaufempfehlungen nach Raumtyp
Die Wahl des richtigen CRI-Werts hängt vom Einsatzbereich ab. Hier eine praxisnahe Übersicht mit Mindestanforderungen und optimalen Werten:
| Anwendungsbereich | Mindest-CRI | Mindest-R9 | Empfohlen | Begründung |
|---|---|---|---|---|
| 🛋️ Wohnzimmer | 80 | 50 | CRI 85-90, R9 ≥ 80 | Gemütliche Atmosphäre, natürliche Farben |
| 🍳 Küche | 85 | 60 | CRI 90+, R9 ≥ 80 | Lebensmittel appetitlich und frisch |
| 🚿 Bad/Spiegelbereich | 90 | 80 | CRI 95+, R9 ≥ 90 | Natürliche Hauttöne für Make-up |
| 🛏️ Schlafzimmer | 80 | 50 | CRI 85-90, R9 ≥ 70 | Angenehme, beruhigende Farbwiedergabe |
| 🏢 Büro/Arbeitszimmer | 80 | — | CRI 80-85 | DIN EN 12464-1 konform |
| 🏫 Schulen/Bildung | 80 | — | CRI 80-85 | Normgerecht, ermüdungsarm |
| 🎨 Atelier/Fotostudio | 95 | 90 | CRI 97+, R9 ≥ 95 | Präzise Farbbeurteilung erforderlich |
| 🏛️ Museum/Galerie | 90 | 80 | CRI 95+, R9 ≥ 90 | Kunstwerke originalgetreu darstellen |
| 👔 Bekleidungsgeschäft | 90 | 70 | CRI 90+, R9 ≥ 80 | Textilfarben müssen stimmen |
| 🦷 Arztpraxis/Zahnarzt | 90 | 85 | CRI 95+, R9 ≥ 90 | Hautfarben/Zahnfarben beurteilen |
| 🔧 Werkstatt/Garage | 60 | — | CRI 70-80 | Funktionale Beleuchtung ausreichend |
| 📦 Lager/Keller | 40 | — | CRI 60-70 | Hauptsache hell, Farbe zweitrangig |
💰 Preis-Leistungs-Tipps
- Budget begrenzt? Priorisieren Sie hohen CRI in Bad, Küche und Wohnzimmer. In Fluren, Kellern und Garagen reichen günstigere LEDs mit CRI 70-80.
- Auf Datenblätter achten: Seriöse Hersteller geben CRI und idealerweise R9 an. Fehlen diese Angaben, ist Vorsicht geboten.
- Testberichte nutzen: Stiftung Warentest und Fachmagazine testen regelmäßig LED-Lampen inklusive Farbwiedergabe.
- Rückgaberecht: Kaufen Sie bei Händlern mit kulanter Rückgaberegelung, um im Zweifel tauschen zu können.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet CRI oder Ra-Wert?
Der CRI (Color Rendering Index) oder Ra-Wert ist eine Kennzahl von 0 bis 100, die angibt, wie natürlich Farben unter einer künstlichen Lichtquelle im Vergleich zu Tageslicht erscheinen. Ein Wert von 100 entspricht perfekter Farbwiedergabe wie bei Tageslicht.
Welcher CRI-Wert ist gut?
Für Wohnräume und Büros sollte der CRI-Wert mindestens 80 betragen. Werte von 90-100 gelten als ausgezeichnet und sind für Bereiche empfohlen, wo präzise Farbwiedergabe wichtig ist, wie Fotostudios, Galerien oder Zahnarztpraxen.
Was ist der R9-Wert?
Der R9-Wert misst die Wiedergabe von gesättigtem Rot, das nicht in den Standard-CRI (R1-R8) eingeht. Ein hoher R9-Wert (>50, besser >80) ist wichtig für natürliche Hautfarben und brillante Rottöne. Viele LEDs mit gutem CRI haben trotzdem einen schlechten R9-Wert.
Haben LED-Lampen einen guten CRI-Wert?
Premium-LED-Lampen erreichen CRI-Werte von 95-98, vergleichbar mit Tageslicht. Standard-LEDs für Wohnbereiche haben typischerweise CRI 80-85. Budget-LEDs liegen oft nur bei CRI 70-80 und haben meist einen negativen R9-Wert, was zu unnatürlichen Hauttönen führt.
Ist ein höherer CRI-Wert immer besser?
Nicht zwingend. Ein höherer CRI bedeutet naturgetreuere Farbwiedergabe, aber nicht automatisch bessere Gesamtlichtqualität. Helligkeit, Blendfreiheit, Gleichmäßigkeit und Farbtemperatur sind ebenfalls wichtig. Für Lagerhallen oder Keller reicht oft ein niedrigerer CRI aus.
Wo finde ich den CRI-Wert einer Lampe?
Der CRI-Wert steht meist auf der Verpackung, im Datenblatt oder in der Produktbeschreibung. Manchmal wird er als Ra-Wert oder nur als Zahl wie "CRI 85+" angegeben. Seriöse Hersteller geben ihn immer an. Fehlt die Angabe, ist der Wert vermutlich niedrig.
Kann der CRI-Wert über 100 liegen?
Nein, die klassische CRI-Skala endet bei 100 (Tageslicht als Referenz). Werte über 100 ergeben physikalisch keinen Sinn, außer bei neueren Messmethoden wie TM-30, die eine andere Bewertung verwenden.
Was ist der Unterschied zwischen CRI und TM-30?
CRI verwendet 8 Testfarben und gibt einen Durchschnittswert. TM-30 nutzt 99 Testfarben und gibt zwei Werte: Rf (Farbtreue) und Rg (Farbsättigung). TM-30 ist moderner und präziser, aber CRI ist immer noch der verbreitete Standard in Normen.
Zusammenfassung
📝 Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Farbwiedergabeindex (CRI/Ra) misst Farbtreue im Vergleich zu Tageslicht (Skala 0-100)
- Normwerte: Ra ≥ 80 für Innenräume (DIN EN 12464-1), Ra ≥ 90 für Farbkritische Bereiche
- R9-Wert beachten: Standard-CRI erfasst kein gesättigtes Rot – wichtig für Hauttöne!
- LED-Qualität: Premium-LEDs erreichen CRI 95-98, Budget-LEDs oft nur 70-80
- Spektrum entscheidend: Kontinuierliche Spektren (Tageslicht, Glühbirne) haben CRI 100
- TM-30 für Details: Moderne Messmethode mit 99 Testfarben für präzise Bewertung
- Kaufkriterien: Wohnräume CRI ≥ 85 + R9 ≥ 50, Profibereiche CRI ≥ 90 + R9 ≥ 80
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📌 Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel erklärt den Farbwiedergabeindex CRI/Ra nach bestem Wissen und unter Berücksichtigung aktueller Normen (DIN EN 12464-1, DIN 6169, CIE 13.3). Die Informationen dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine professionelle Lichtplanung.
Für normgerechte Beleuchtungsplanung in gewerblichen oder öffentlichen Bereichen konsultieren Sie bitte einen zertifizierten Lichtplaner oder Elektrofachbetrieb.
Letzte Aktualisierung: 2. November 2025
Normen-Stand: DIN EN 12464-1:2021, IES TM-30-20