Farbtemperatur: 2700K bis 6500K erklärt

🌡️ Was ist Farbtemperatur?

Die Farbtemperatur beschreibt die Lichtfarbe einer Lichtquelle in Kelvin (K). Niedriger Wert = warmes (gelblich-rötliches) Licht, hoher Wert = kühles (bläulich-weißes) Licht.

⚡ Schnellauswahl: Welche Farbtemperatur brauche ich?

2700-3000K

WARMWEISS

  • ✓ Wohnzimmer
  • ✓ Schlafzimmer
  • ✓ Restaurant
  • ✓ Gemütlichkeit
  • ✓ Abends

3500-4500K

NEUTRALWEISS

  • ✓ Küche
  • ✓ Badezimmer
  • ✓ Flur
  • ✓ Vielseitig
  • ✓ Ganztags

5000-6500K

KALTWEISS

  • ✓ Büro
  • ✓ Werkstatt
  • ✓ Garage
  • ✓ Konzentration
  • ✓ Morgens

Das Farbtemperatur-Spektrum

1800KKerze2700KGlühbirne3000KHalogen4000KNeutralweiß5000KTageslicht6500KKaltweiß10000KBlauer HimmelWARMWEISSNEUTRALWEISSKALTWEISS
KelvinBezeichnungFarbcharakterTypische Anwendung
1800-2200KExtra Warmweiß🟠 Bernsteinfarben, wie KerzenlichtRestaurants, Bars, Ambient-Beleuchtung
2700KWarmweiß🟡 Gelblich-warm, wie GlühbirneWohnzimmer, Schlafzimmer, gemütliche Räume
3000KWarmweiß Plus🌟 Warm, aber etwas weißerHotels, Restaurants, Wohnräume
3500KNeutral-Warm⚪ ÜbergangsbereichKüchen, Flure, Arbeitszimmer
4000KNeutralweiß⚪ Klares, sachliches WeißBüros, Werkstätten, Badezimmer
5000KTageslichtweiß🔵 Leicht bläulich, aktivierendIndustrie, medizinische Bereiche
6000-6500KKaltweiß🔷 Bläulich, wie MittagssonneWerkstätten, Garagen, Außenbereiche
7000-10000KExtra Kaltweiß💎 Stark bläulich, kühlSpezialanwendungen, selten

Physikalischer Hintergrund

Der Begriff "Farbtemperatur" stammt aus der Physik:

  1. Ein schwarzer Körper (idealisierter Strahler) wird erhitzt
  2. Bei niedriger Temperatur glüht er rötlich (wie Glut im Ofen)
  3. Bei höherer Temperatur wird er gelb-weiß (wie Glühbirne)
  4. Bei sehr hoher Temperatur wird er bläulich-weiß (wie heißer Stern)

💡 Paradox verstehen:

"Warmes Licht" (2700K) hat eine niedrige Temperatur in Kelvin.
"Kaltes Licht" (6500K) hat eine hohe Temperatur in Kelvin.

Das klingt paradox, ist aber physikalisch korrekt. Die Begriffe "warm" und "kalt" beziehen sich auf die Farbwirkung, nicht die Temperatur.

Natürliche Lichtfarben im Tagesverlauf

TageszeitFarbtemperaturCharakter
🌅 Sonnenaufgang1800-2500KWarm, rötlich, romantisch
☀️ Vormittag4000-5000KNeutral, aktivierend
☀️ Mittag (wolkenloser Himmel)5500-6500KSehr hell, leicht bläulich
🌤️ Nachmittag4000-5000KNeutral
🌇 Sonnenuntergang2000-3000KWarm, orange-rötlich, entspannend
🌃 Blauer Himmel (Schatten)9000-12000KSehr kalt, stark bläulich

Psychologische Wirkung

🟠 Warmweiß (2700-3000K)

Wirkung:

  • Gemütlich, entspannend
  • Beruhigend, wie Kerzenlicht
  • Fördert Entspannung & Geselligkeit
  • Reduziert Blaulichtanteil (gut abends)

Ideal für:

  • Wohnzimmer, Schlafzimmer
  • Restaurants, Hotels
  • Abendliche Beleuchtung

🔵 Kaltweiß (5000-6500K)

Wirkung:

  • Aktivierend, anregend
  • Fördert Konzentration
  • Unterdrückt Melatonin (Schlafhormon)
  • Höherer Blaulichtanteil

Ideal für:

  • Büros, Arbeitsbereiche
  • Werkstätten, Industrie
  • Morgens/tagsüber

⚪ Neutralweiß (3500-4500K)

Wirkung:

  • Ausgewogen, sachlich
  • Weder zu warm noch zu kalt
  • Vielseitig einsetzbar
  • Gute Sehbedingungen

Ideal für:

  • Küchen, Badezimmer
  • Flure, Treppenhäuser
  • Multifunktionsräume
  • Wenn Farbwiedergabe wichtig ist

Empfehlungen nach Raum

RaumEmpfohlene FarbtemperaturBegründung
🛋️ Wohnzimmer2700-3000KGemütlich, entspannend
🛏️ Schlafzimmer2700-3000KFördert Entspannung & Schlaf
🍳 Küche3000-4000KFunktional, Lebensmittel gut erkennbar
🚿 Badezimmer (Spiegel)4000-5000KNatürliche Hautfarben
💼 Büro/Arbeitszimmer4000-5000KKonzentration, Sehkomfort
🔧 Werkstatt/Garage5000-6500KHohe Sehleistung, gute Detailerkennung
📦 Keller/Lager4000-6500KFunktional, hell
🏢 Flur/Treppenhaus3000-4000KNeutral, einladend

Human Centric Lighting (HCL)

Modernes Konzept: Dynamische Farbtemperatur über den Tag, um den natürlichen circadianen Rhythmus zu unterstützen:

6:00Aufwachen10:00Arbeiten16:00Nachmittag20:00Abend22:00Schlaf2700K6000K5000K3500K2700KKaltMittelWarmTagesverlauf der Farbtemperatur

🌅 Morgens (6-10 Uhr)

5000-6500K

Kühles Licht aktiviert, unterdrückt Melatonin, macht wach.

☀️ Tagsüber (10-16 Uhr)

4000-5000K

Neutrales Licht für optimale Arbeitsleistung und Konzentration.

🌆 Abends (16-22 Uhr)

3000-3500K

Wärmeres Licht bereitet auf Feierabend vor, Entspannung beginnt.

🌙 Nachts (nach 22 Uhr)

2700-3000K

Warmes Licht fördert Melatoninproduktion, bereitet auf Schlaf vor.

💡 Wissenschaftlicher Hintergrund

Blaues Licht (hohe Farbtemperatur) unterdrückt die Produktion von Melatonin, dem Schlafhormon. Morgens und tagsüber ist das gewünscht – es macht uns wach und leistungsfähig. Abends sollte der Blaulichtanteil reduziert werden, um den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus zu unterstützen.

→ Ausführlicher Artikel zu Human Centric Lighting

Kombinationen & Mischungen

💡 Tipp: Mehrere Lichtquellen kombinieren

In einem Raum können verschiedene Lichtfarben sinnvoll sein:

  • Grundbeleuchtung: 3000-4000K (neutral)
  • Akzentbeleuchtung: 2700K (warm, gemütlich)
  • Arbeitsplatzleuchte: 4000-5000K (konzentriert)

Häufige Fehler vermeiden

❌ Zu kaltes Licht im Wohnbereich

6000K im Wohnzimmer wirkt ungemütlich, steril, wie im Krankenhaus. Besser: 2700-3000K für Wohnlichkeit.

❌ Zu warmes Licht im Arbeitszimmer

2700K macht müde, reduziert Konzentration. Besser: 4000-5000K für produktives Arbeiten.

❌ Verschiedene Farbtemperaturen mischen (zufällig)

2700K + 6500K im selben Raum ohne Konzept wirkt chaotisch. Besser: Maximal 500-1000K Unterschied oder bewusst trennen.

Farbtemperatur und Farbwiedergabe (CRI)

Die Farbtemperatur und die Farbwiedergabe (CRI/Ra) sind zwei unterschiedliche Eigenschaften:

EigenschaftBeschreibungEinheit
FarbtemperaturBeschreibt die Farbe des Lichts selbst (warm/kalt)Kelvin (K)
FarbwiedergabeBeschreibt, wie natürlich Farben unter diesem Licht aussehenCRI/Ra (0-100)

⚠️ Wichtig zu wissen:

Eine Lichtquelle mit 2700K kann einen CRI von 70 oder 95 haben – beides ist 2700K, aber die Farbdarstellung ist völlig unterschiedlich!

Empfehlung: Für Wohnräume mindestens CRI 80, besser CRI ≥ 90.

Tunable White LED

Moderne Tunable White LED-Systeme ermöglichen:

  • Stufenlose Einstellung der Farbtemperatur (z.B. 2700-6500K)
  • Anpassung an Tageszeit und Aktivität
  • Programmierbare Szenen
  • Smart-Home-Integration

✓ Vorteile:

  • Flexibilität ohne Lampenwechsel
  • Unterstützung des circadianen Rhythmus
  • Optimale Lichtfarbe für jede Situation

✗ Nachteile:

  • Höhere Anschaffungskosten (ca. 2-3x teurer)
  • Steuerung/Dimmung erforderlich
  • Komplexere Installation

Kaufberatung: Worauf achten?

1. Farbtemperatur zum Raum passend wählen

Nutzen Sie die Tabelle oben. Für Wohnräume 2700-3000K, für Arbeitsbereiche 4000-5000K.

2. Auf CRI-Wert achten (nicht nur auf Kelvin!)

Mindestens CRI 80, besser CRI ≥ 90. Gerade bei Warmweiß (2700K) macht der CRI einen großen Unterschied.

3. Dimmbarkeit prüfen

Dimmbare LEDs ermöglichen flexible Anpassung. Wichtig: Dimmer muss für LED geeignet sein.

4. Alle Leuchtmittel im Raum gleich wählen

Maximal 500K Unterschied, sonst wirkt die Beleuchtung unruhig.

5. Tunable White für flexible Räume

In Mehrzweckräumen (z.B. Homeoffice + Wohnraum) lohnt sich die Investition.

Preisvergleich: Standard vs. High-CRI

TypFarbtemperaturCRIPreis (ca.)Empfehlung
Standard-LED2700K805-8 €Akzeptabel für Nebenräume
High-CRI LED2700K≥9010-15 €✓ Empfohlen für Wohnräume
Tunable White2700-6500K≥9025-40 €Flexibel, aber teurer
Dim-to-Warm1800-2700K≥9015-25 €Perfekt für Wohnräume

💰 Lohnt sich High-CRI?

Ja, besonders bei Warmweiß (2700K)! Der Mehrpreis von 5-7 € pro Lampe macht sich sofort bemerkbar:

  • ✓ Natürlichere Farben (Hauttöne, Holz, Textilien)
  • ✓ Gemütlicheres Licht, näher an Glühbirne
  • ✓ Bessere Stimmung und Wohlbefinden
  • ✓ Einmalige Investition für 15-25 Jahre Nutzung

Norm-Anforderungen

DIN EN 12464-1 (Beleuchtung von Arbeitsstätten)

Die Norm macht keine festen Vorgaben zur Farbtemperatur, sondern nur zu:

  • Beleuchtungsstärke (Lux)
  • Farbwiedergabe (Ra ≥ 80)
  • Blendung (UGR)

Empfehlung der Norm: Farbtemperatur sollte zur Nutzung passen, typisch 3000-6500K für Arbeitsplätze. Bei Büroarbeitsplätzen hat sich 4000K als Standard etabliert.

ASR A3.4 (Arbeitsstättenregel)

Die deutsche Arbeitsstättenregel empfiehlt für Innenräume:

  • Farbtemperatur: 3000K bis 6500K
  • Farbwiedergabe: Ra ≥ 80 (für feine Arbeiten Ra ≥ 90)

Farbtemperatur nach LED-Hersteller

Verschiedene Hersteller bieten unterschiedliche Farbtemperaturen und Bezeichnungen. Hier ein Überblick der wichtigsten Marken:

HerstellerExtra WarmweißWarmweißNeutralweißKaltweißBesonderheiten
Philips Hue2200K2700K4000K6500KTunable White 2200-6500K, 16 Mio. Farben, App-Steuerung
OSRAM2700K3000K4000K6500KTageslichtweiß 6500K, hohe Effizienz, Professional-Serie
Paulmann2700K2700-3000K4000K6000KSmartHome TW 2700-6500K stufenlos, Zigbee-kompatibel
Samsung LED2700K3000K4000K5700KSunLike-Technologie (natürliches Spektrum), CRI 97+
Cree LED2700K3000K3500-4000K5000-6500KTrueWhite-Technologie, CRI 90+, Industrie-Standard
Nichia2700K3000K4000K5000-6500KOptisolis CRI 98, Vollspektrum, Premium-Segment
Signify (Philips)2200-2700K3000K4000K6500KCorePro & MasterLED Serie, hohe Effizienz bis 220 lm/W
IKEA TRÅDFRI-2700K4000K-TW-Version 2200-4000K, preisgünstig, Zigbee
Müller-Licht2700K3000K4000K6500Ktint Serie 2700-6500K stufenlos, Alexa/Google kompatibel
Lumileds2700K3000K3500-4000K5000-6500KLUXEON Serie, CRI 90+, für professionelle Anwendungen

💡 Hinweis zur Herstellerwahl

Die Farbtemperatur (Kelvin) ist standardisiert – 2700K von Philips ist ähnlich wie 2700K von OSRAM. Unterschiede gibt es hauptsächlich bei:

  • CRI-Wert: Marken-LEDs haben oft CRI 90+, No-Name oft nur 70-80
  • Farbkonsistenz: Premiumhersteller garantieren engere Toleranzen
  • Lebensdauer: Qualitätschips halten 50.000-70.000h vs. 15.000-25.000h
  • Garantie: Markenhersteller bieten 2-5 Jahre, No-Name oft nur 1 Jahr

❌ Häufige Fehler bei der Farbtemperatur-Wahl

Diese 7 Fehler sollten Sie bei der Auswahl der Farbtemperatur unbedingt vermeiden:

Fehler #1: „Warmweiß ist immer gemütlicher"

Problem:

2700K in der Küche oder im Badezimmer wirkt oft zu gelblich und verfälscht Farben. Lebensmittel sehen unappetitlich aus, Hautfarben am Spiegel sind verzerrt.

Lösung:

Küche: 3500-4000K für realistische Lebensmittelfarben
Badezimmer-Spiegel: 4000-5000K für natürliche Hauttöne

Fehler #2: Verschiedene Farbtemperaturen wild mischen

Problem:

2700K-Deckenspots + 6500K-Leselampe im selben Wohnzimmer = unharmonisch und anstrengend für die Augen. Der Kontrast ist zu groß (3800K Unterschied!).

Lösung:

Faustregel: Max. 500-1000K Unterschied im gleichen Raum
Beispiel: Grundbeleuchtung 3000K + Akzente 3500-4000K ✓
Tipp: Verschiedene Zonen dürfen unterschiedliche Temperaturen haben

Fehler #3: CRI-Wert ignorieren

Problem:

2700K LED mit CRI 70 sieht NICHT aus wie eine Glühbirne (CRI 100), sondern gelblich-grünlich und unnatürlich. Die Farbtemperatur allein reicht nicht!

Lösung:

Minimum: CRI ≥ 80 für normale Räume
Optimal: CRI ≥ 90 für Wohnräume
Premium: CRI ≥ 95 für Galerie, Fotografie
Tipp: CRI immer zusammen mit Kelvin prüfen!

Fehler #4: 6500K im Schlafzimmer

Problem:

Kaltes Licht (6500K) unterdrückt Melatonin-Produktion → Einschlafprobleme. Der hohe Blaulichtanteil signalisiert dem Körper „Es ist Tag!".

Lösung:

Schlafzimmer: Max. 2700-3000K
Leselampe: Max. 3500K, dimmbar
Tipp: 2-3 Stunden vor dem Schlafen auf warmes Licht umstellen
Ideal: Tunable White LED mit Nachtmodus

Fehler #5: „Alle LEDs mit 2700K sehen gleich aus"

Problem:

Herstellertoleranzen! Eine 2700K-LED kann zwischen 2550K und 2850K liegen (MacAdam-Ellipse). Wenn Sie verschiedene Marken mischen, können Farbunterschiede sichtbar sein.

Lösung:

Besser: LEDs vom gleichen Hersteller und Charge kaufen
Profi-Tipp: „Binning" beachten – Premium-LEDs haben engere Toleranzen
Test: Vor Kauf 2-3 LEDs nebeneinander testen

Fehler #6: Neutralweiß (4000K) überall verwenden

Problem:

„4000K ist vielseitig" ≠ „4000K passt überall". Im Wohnzimmer oder Schlafzimmer wirkt es zu sachlich, steril und „Büro-artig" – keine Gemütlichkeit.

Lösung:

4000K perfekt für: Küche, Bad, Flur, Arbeitszimmer
Besser 2700-3000K für: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Esszimmer
Kompromiss: 3500K für Mehrzweckräume

Fehler #7: Farbtemperatur und Helligkeit verwechseln

Problem:

„6500K ist heller als 2700K" – FALSCH! Farbtemperatur (Kelvin) und Helligkeit (Lumen) sind völlig unabhängig. Ein 2700K-LED kann genauso hell sein wie ein 6500K-LED.

Lösung:

Für Helligkeit: Lumen-Wert beachten, nicht Kelvin
Beispiel: 2700K mit 1000 lm = 6500K mit 1000 lm (gleich hell)
Wahrnehmung: Kaltes Licht wirkt heller, ist aber nicht objektiv heller

✅ Checkliste: Farbtemperatur richtig wählen

Vor dem Kauf prüfen:

  • ☑ Raumfunktion definiert (Wohnen/Arbeiten/etc.)?
  • ☑ Haupt-Nutzungszeit (morgens/abends)?
  • ☑ CRI-Wert ≥ 80 (besser ≥ 90)?
  • ☑ Alle Leuchtmittel gleiche Marke/Charge?
  • ☑ Dimmbar falls gewünscht?

Nach Installation prüfen:

  • ☑ Farbtemperatur harmonisch im Raum?
  • ☑ Keine störenden Unterschiede zwischen Leuchten?
  • ☑ Stimmung/Atmosphäre wie gewünscht?
  • ☑ Augen ermüden nicht (vor allem bei 5000K+)?
  • ☑ Bei Bedarf: Umtausch innerhalb 14 Tage nutzen!

3000K oder 4000K? Der detaillierte Vergleich

Die Wahl zwischen 3000K (Warmweiß) und 4000K (Neutralweiß) ist eine der häufigsten Entscheidungen. Hier der direkte Vergleich:

🟡 3000K Warmweiß

Charakteristik:

  • • Gelblich-warmer Ton
  • • Ähnlich wie Halogenlampen
  • • Niedriger Blaulichtanteil
  • • Gemütlich, einladend

Ideal für:

  • ✓ Wohnräume (Wohnzimmer, Esszimmer)
  • ✓ Hotels, Restaurants
  • ✓ Verkaufsräume (Mode, Möbel)
  • ✓ Abendliche Beleuchtung

Weniger geeignet für:

  • ✗ Büroarbeitsplätze (zu müde machend)
  • ✗ Werkstätten (Farben verfälscht)
  • ✗ Badezimmer-Spiegel (Hauttöne zu warm)

⚪ 4000K Neutralweiß

Charakteristik:

  • • Klares, sachliches Weiß
  • • Neutral zwischen warm und kalt
  • • Ausgewogenes Spektrum
  • • Natürliche Farbwiedergabe

Ideal für:

  • ✓ Büros, Arbeitszimmer
  • ✓ Küchen, Badezimmer
  • ✓ Verkaufsräume (Lebensmittel)
  • ✓ Ganztägige Nutzung

Weniger geeignet für:

  • ✗ Schlafzimmer (zu aktivierend)
  • ✗ Gemütliche Wohnbereiche
  • ✗ Restaurants (zu sachlich)

🤔 Entscheidungshilfe: Wann 3000K, wann 4000K?

Wähle 3000K wenn:

  • • Du eine gemütliche, wohnliche Atmosphäre möchtest
  • • Der Raum hauptsächlich abends genutzt wird
  • • Entspannung und Geselligkeit im Vordergrund stehen
  • • Der Raum an Wohnräume angrenzt (einheitliches Lichtgefühl)

Wähle 4000K wenn:

  • • Funktionalität wichtiger ist als Gemütlichkeit
  • • Der Raum hauptsächlich tagsüber genutzt wird
  • • Konzentration und Sehleistung gefordert sind
  • • Natürliche Farbwiedergabe wichtig ist (Kosmetik, Kochen)

💡 Kompromiss: 3500K

Wenn du unsicher bist, ist 3500K eine gute Mitte: Warm genug für Wohnlichkeit, aber hell genug für funktionale Aufgaben. Ideal für Küchen und Multifunktionsräume.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich 2700K und 4000K im selben Raum kombinieren?

Ja, aber nur mit Konzept: Nutzen Sie 2700K für Ambiente-Beleuchtung (indirekt) und 4000K für Arbeitsplatzbeleuchtung (direkt). Wichtig: Die Lichtquellen sollten räumlich getrennt und separat schaltbar sein. Vermeiden Sie, beide gleichzeitig im gleichen Bereich zu nutzen.

Warum sieht mein 2700K-LED anders aus als meine alte Glühbirne?

Das liegt am CRI-Wert (Farbwiedergabe). Glühbirnen haben CRI 100, viele günstige LEDs nur CRI 70-80. Wählen Sie LEDs mit CRI ≥ 90 für glühbirnenähnliches Licht. Die Farbtemperatur (2700K) ist nur ein Teil der Geschichte!

Ist 6500K zu kalt für Wohnräume?

Für die meisten Menschen ja. 6500K wirkt sehr kühl, steril und „klinisch". Es eignet sich für Werkstätten, Garagen oder Außenbereiche, aber nicht für Wohn- oder Schlafzimmer. Ausnahme: Arbeitsbereiche, in denen höchste Konzentration erforderlich ist.

Sollte ich überall im Haus die gleiche Farbtemperatur nutzen?

Nein, nicht empfehlenswert. Passen Sie die Farbtemperatur an die Raumfunktion an: Wohnräume 2700-3000K, Küche/Bad 3000-4000K, Arbeitszimmer 4000-5000K. Der Übergang zwischen Räumen ist unproblematisch, solange jeder Raum in sich stimmig ist.

Kann ich die Farbtemperatur dimmen?

Nein, Dimmen ändert nur die Helligkeit, nicht die Farbtemperatur.Ausnahme: Spezielle „Tunable White" oder „Dim-to-Warm" LEDs, die beim Dimmen wärmer werden (wie alte Glühbirnen). Standard-LEDs behalten ihre Farbtemperatur beim Dimmen bei.

Was ist „Dim-to-Warm"?

Dim-to-Warm LEDs ändern beim Dimmen ihre Farbtemperatur von ca. 2700K (hell) zu ca. 1800K (gedimmt). Das imitiert das Verhalten von Glühbirnen und Halogenlampen. Ideal für Wohnräume, da gedimmtes Licht besonders gemütlich wird.

Beeinflusst die Farbtemperatur die Helligkeit?

Nein, Farbtemperatur (Kelvin) und Helligkeit (Lumen) sind völlig unabhängig. Eine 2700K-LED kann genauso hell sein wie eine 6500K-LED. Die wahrgenommene Helligkeit kann sich jedoch unterschiedlich anfühlen – kaltes Licht wirkt oft „heller", auch bei gleicher Lumen-Zahl.

Welche Farbtemperatur für Pflanzen?

Pflanzen benötigen ein spezifisches Lichtspektrum. Für Photosynthese: 4000-6500K (Wachstum) oder spezielles Pflanzen-LED-Spektrum. Die für Menschen gemütliche 2700K ist für Pflanzenwachstum weniger geeignet.

Welche Farbtemperatur haben verschiedene Lichtquellen?

Natürliche und künstliche Lichtquellen im Vergleich:

  • Kerzenlicht: 1800-2000K (sehr warm, rötlich)
  • Glühbirne 60W: 2700K (klassisch warm)
  • Halogenlampe: 3000-3200K (warm, aber weißer)
  • Leuchtstofflampe: 2700-6500K (je nach Typ)
  • Morgensonne: 2000-3000K (golden)
  • Mittagssonne: 5500-6500K (neutral-kalt)
  • Bedeckter Himmel: 6500-7500K (kühl, bläulich)
  • Blauer Himmel (Schatten): 9000-12000K (sehr kalt)

Kann verschiedene Farbtemperaturen die Stimmung beeinflussen?

Ja, wissenschaftlich belegt! Farbtemperatur hat direkten Einfluss auf:

  • Melatonin-Produktion: Blaues Licht (5000K+) unterdrückt Schlafhormon → wach, aktiv
  • Konzentration: Neutrales Licht (4000K) fördert Leistungsfähigkeit
  • Entspannung: Warmes Licht (2700K) fördert Ruhe und Gemütlichkeit
  • Stimmung: Kaltes Licht kann bei empfindlichen Personen depressive Verstimmungen fördern

Tipp: Morgens/tagsüber kälteres Licht (4000-6500K), abends wärmeres Licht (2700-3000K) nutzen, um den natürlichen Tagesrhythmus zu unterstützen.

Zusammenfassung

📝 Die wichtigsten Punkte:

  1. Warm (2700-3000K): Gemütlich, entspannend → Wohnräume
  2. Neutral (3500-4500K): Vielseitig, ausgewogen → Küche, Bad
  3. Kalt (5000-6500K): Aktivierend, konzentriert → Büro, Werkstatt
  4. CRI beachten: Mindestens 80, besser ≥ 90 für Wohnräume
  5. Tageszeit beachten: Morgens kälter, abends wärmer (HCL)
  6. Nicht wild mischen: Maximal 500-1000K Unterschied im gleichen Raum
  7. Tunable White: Flexibel, aber teurer – ideal für Mehrzweckräume

Weiterführende Informationen & Hilfreiche Tools

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Hinweis: Die Wahl der Farbtemperatur ist subjektiv und hängt von persönlichen Vorlieben ab. Probieren Sie verschiedene Lichtfarben aus, um Ihre ideale Lösung zu finden.