Wie wähle ich die richtige LED-Lampe?
🎯 In 6 Schritten zur richtigen LED:
- 1. Sockel/Fassung prüfen (E27, GU10...)
- 2. Helligkeit (Lumen) bestimmen
- 3. Farbtemperatur wählen (warmweiß, neutralweiß...)
- 4. Abstrahlwinkel festlegen (Spot vs. Flood)
- 5. Dimmbarkeit prüfen (falls Dimmer vorhanden)
- 6. Qualität sicherstellen (CRI, Marke, Garantie)
Schritt 1: Sockel/Fassung identifizieren
Die Fassung (Sockel) muss zur vorhandenen Lampenfassung passen. Sie finden die Bezeichnung oft auf der alten Lampe aufgedruckt.
| Sockel | Bild/Form | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| E27 | 🔌 Schraubsockel groß (27mm) | Standard-Glühbirne, Deckenleuchten, Tischlampen |
| E14 | 🕯️ Schraubsockel klein (14mm) | Kerzenform, Kronleuchter, kleine Leuchten |
| GU10 | 🔄 Bajonett, Twist & Lock (230V) | Einbaustrahler, Spots (ohne Trafo) |
| GU5.3 (MR16) | 📌 2 Pins, 5,3mm Abstand (12V) | Niedervolt-Spots (mit Trafo) |
| G9 | 🔌 2 Schlaufen-Pins (230V) | Kleine Halogen-Ersatz, Wandleuchten |
| R7s | 📏 Stabform, 78mm oder 118mm | Baustrahler, Deckfluter (Halogen-Ersatz) |
💡 Tipp:
Wenn Sie unsicher sind: Alte Lampe ausbauen und mit zum Kauf nehmen! Oder Foto machen und im Laden zeigen.
Schritt 2: Helligkeit (Lumen) bestimmen
Die Helligkeit wird in Lumen (lm) gemessen,NICHT in Watt!
Methode A: Von alter Glühbirne umrechnen
| Alte Glühbirne | Benötigte Lumen | LED-Watt (ca.) |
|---|---|---|
| 25W | ~250 lm | 3-4W |
| 40W | ~470 lm | 5-6W |
| 60W | ~800 lm | 8-9W |
| 75W | ~1.055 lm | 10-11W |
| 100W | ~1.521 lm | 13-15W |
→ Vollständige Tabelle: Lumen-Watt-Vergleich
Methode B: Nach Raumgröße & Nutzung
Wohnzimmer (20m²)
100-150 lm/m² → 2.000-3.000 Lumen gesamt
Beispiel: 4× LED-Lampen mit je 600 lm = 2.400 lm
Küche (12m²)
200-300 lm/m² → 2.400-3.600 Lumen gesamt
Beispiel: 3× LED-Lampen mit je 1.000 lm = 3.000 lm
Arbeitszimmer (15m²)
300-400 lm/m² → 4.500-6.000 Lumen gesamt
Beispiel: Deckenleuchte 3.000 lm + Schreibtischlampe 1.500 lm
Schlafzimmer (16m²)
100-150 lm/m² → 1.600-2.400 Lumen gesamt
Beispiel: 2× LED-Lampen mit je 800 lm = 1.600 lm
Schritt 3: Farbtemperatur wählen
Die Farbtemperatur (in Kelvin, K) bestimmt, ob das Licht warm oderkalt wirkt:
Warmweiß (2700-3000K)
Gemütlich, entspannend
Wirkt wie: Glühbirne, Kerzenlicht
✓ Ideal für:
- • Wohnzimmer (gemütliche Atmosphäre)
- • Schlafzimmer (entspannend)
- • Restaurant, Hotel (warm & einladend)
- • Überall, wo Sie entspannen wollen
Neutralweiß (4000-4500K) ⭐ Universal
Natürlich, aktivierend
Wirkt wie: Tageslicht (bewölkter Himmel)
✓ Ideal für:
- • Küche, Badezimmer (neutral, klar)
- • Arbeitszimmer, Büro (konzentrationfördernd)
- • Flure, Treppenhäuser (sachlich)
- • Verkauf, Einzelhandel (natürliche Farbwiedergabe)
Kaltweiß (5000-6500K)
Technisch, hell
Wirkt wie: Mittagssonne, Neonlicht
✓ Ideal für:
- • Werkstatt, Garage (maximale Helligkeit)
- • Lager, Industriehallen (sachlich)
- • Medizin, Labor (präzise Farbwiedergabe)
- ❌ NICHT für Wohnräume (wirkt kalt & ungemütlich!)
💡 Unser Tipp:
Im Zweifel: Neutralweiß (4000K) wählen!
Es ist universell einsetzbar und wirkt weder zu warm noch zu kalt. Perfekter Kompromiss.
Schritt 4: Abstrahlwinkel festlegen
Der Abstrahlwinkel bestimmt, wie breit oder eng der Lichtkegel ist:
Spot (25-40°)
Eng, gerichtet
Für: Akzentbeleuchtung, Bilder, Spots, Strahler
Flood (60-80°) ⭐
Mittel, Standard
Für: Grundbeleuchtung, Wohnräume, universell
Wide (120°+)
Breit, diffus
Für: Allgemeinbeleuchtung, große Flächen
💡 Faustregel:
E27/E14 Birnenform: Meist 200-300° (rundstrahlend) → für Allgemeinbeleuchtung
GU10 Spots: Meist 25-60° → Abstrahlwinkel prüfen!
• Akzentbeleuchtung: 25-35°
• Grundbeleuchtung: 40-60°
Schritt 5: Dimmbarkeit prüfen
Haben Sie einen Dimmer (Drehregler für Helligkeit)? Dann brauchen Sie eine dimmbare LED!
❌ Nicht-dimmbar
- • Günstiger (2-5€ weniger)
- • An Dimmer: Flackern, Brummen, Defekt
- • Nur für normale An/Aus-Schalter
→ Wenn kein Dimmer vorhanden: nicht-dimmbar ist OK
✓ Dimmbar
- • Helligkeit einstellbar
- • Benötigt LED-fähigen Dimmer
- • Stimmungsbeleuchtung möglich
- • Flexibler Einsatz
→ Wenn Dimmer vorhanden: IMMER dimmbare LED kaufen!
⚠️ Wichtig:
Alte Dimmer (für Glühbirnen) funktionieren oft nicht gut mit LEDs!
Symptome: Flackern, Brummen, LED leuchtet im Aus-Zustand nach.
→ Lösung: LED-Dimmer kaufen (Phasenabschnitt, Mindestlast 3-10W)
Schritt 6: Qualität sicherstellen
Achten Sie auf folgende Qualitätsmerkmale:
CRI/Ra-Wert ≥ 80
Farbwiedergabe: Ra 80 = Standard, Ra 90+ = Premium für Wohnräume
Lichtausbeute ≥ 100 lm/W
Effizienz: Gute LEDs haben 100-130 lm/W, Premium 140-180 lm/W
Garantie ≥ 3 Jahre
Hersteller-Vertrauen: Gute Marken geben 3-5 Jahre Garantie
CE-Kennzeichnung
Sicherheit: Pflicht in EU! LEDs ohne CE sind illegal & gefährlich
Bekannte Marke
Vertrauenswürdig: Philips, Osram, Ledvance, Paulmann, Müller-Licht, Ikea
→ Vollständiger Guide: LED-Qualität erkennen
Zusammenfassung: Checkliste LED-Kauf
✓ Vor dem Kauf prüfen:
Häufige Fehler vermeiden
- ❌ Nur auf Watt achten → Watt = Stromverbrauch, nicht Helligkeit!
- ❌ "Ersetzt 60W" ohne Lumen prüfen → oft übertrieben!
- ❌ Kaltweißes Licht (6000K) im Wohnzimmer → wirkt ungemütlich!
- ❌ Nicht-dimmbare LED an Dimmer → flackert oder defekt!
- ❌ Billigste LED (unter 2€) → schlechte Qualität, kurze Lebensdauer
- ❌ Falscher Sockel → passt nicht in Fassung!
- ❌ Zu dunkle LED → Raum bleibt dunkel (mehr Lumen nötig!)
Verwandte Themen
→ Wo LED-Lampen kaufen?
Online, Baumarkt oder Fachhandel?
→ LED-Qualität erkennen
Gute vs. schlechte LEDs
→ Lumen-Watt-Vergleich
Vollständige Vergleichstabelle
→ Farbtemperatur-Rechner
Welche Farbtemperatur für welchen Raum?
📝 Zusammenfassung
Die richtige LED-Lampe wählen Sie in 6 Schritten: Sockel, Lumen, Farbtemperatur, Abstrahlwinkel, Dimmbarkeit und Qualität. Achten Sie besonders auf Lumen (nicht Watt!) und die Farbtemperatur (warmweiß für Wohnräume, neutralweiß für Küche/Bad).
💡 Goldene Regel: Lumen = Helligkeit, Kelvin = Farbe, Watt = Stromverbrauch
Letzte Aktualisierung: November 2025