Raumbeleuchtung planen

Beleuchtungskonzept für Räume erstellen

⏱️ Dauer

1-2 Stunden

🔧 Schwierigkeit

Mittel

📋 Schritte

5 Schritte

📦 Benötigte Werkzeuge & Materialien

  • Grundriss
  • Lux-Rechner
  • Maßband
  • Planungssoftware

📝 Schritt-für-Schritt Anleitung

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Raumnutzung analysieren

Erfassen Sie alle Tätigkeiten im Raum: Lesen, Arbeiten am PC, Kochen, Fernsehen, Entspannen? Jede Tätigkeit hat unterschiedliche Lichtanforderungen nach DIN EN 12464-1.

  • Wohnzimmer: Grundbeleuchtung 100-150 lx, Lesebereich 300-500 lx, TV-Bereich gedimmt 50-100 lx
  • Küche: Allgemein 300 lx, Arbeitsfläche 500 lx, Kochzone 500-750 lx
  • Büro: Schreibtisch 500 lx (DIN-Pflicht), Umgebung 300 lx, Besprechung 300 lx
🔗 Tool: Raumbeleuchtung-Rechner nutzen
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Beleuchtungsstärke ermitteln (Lux-Bedarf)

DIN EN 12464-1 konsultieren für gewerbliche Räume, Wohnräume nach ASR A3.4 und Empfehlungen planen.

Farbtemperatur-Spektrum für Raumbeleuchtung2700KWarmweiß3000K4000KNeutralweiß5500K6500KKaltweißWohnzimmer, SchlafzimmerKüche, Büro, BadWerkstatt, Industriehalle

Wichtig: Farbtemperatur beeinflusst die Raumwahrnehmung und biologische Wirkung (siehe DIN SPEC 67600)

Raumtyp / TätigkeitBeleuchtungsstärke (Ēm)UGRLRaEmpfohlene Farbtemperatur
Verkehrsflächen, Flure100 lx≤28≥403000-4000K
Wohnzimmer allgemein100-150 lx-≥802700-3000K (warmweiß)
Küche allgemein300 lx≤22≥803500-4000K (neutralweiß)
Küche Arbeitsfläche500 lx≤22≥804000K (neutralweiß)
Büroarbeitsplatz (Bildschirmarbeit)500 lx≤19≥804000K (DIN EN 12464-1)
Schlafzimmer50-100 lx-≥802700K (warmweiß, dimmbar)
Badezimmer Spiegel500 lx≤22≥904000K (Farbwiedergabe!)
Werkstatt, feinmechanische Arbeiten750 lx≤19≥805000-6500K (kaltweiß)

📘 Erklärung der Kennwerte:

  • Ēm (Beleuchtungsstärke): Mittlere Beleuchtungsstärke in Lux (lx) auf der Nutzebene
  • UGRL (Unified Glare Rating): Blendungsbewertung – Je niedriger, desto blendfreier (≤19 für Bildschirmarbeit)
  • Ra (Farbwiedergabeindex): CRI-Wert – Min. 80 für Innenräume, ≥90 für farbkritische Bereiche
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Lichtebenen definieren (3-Ebenen-Prinzip)

Professionelle Lichtplanung arbeitet mit mindestens 3 Lichtebenen, die separat schaltbar sind:

Ebene 1Grundlicht50-70%Ebene 2Zonenlicht30-40%Ebene 3Akzentlicht10-20%3-Ebenen-Lichtkonzept

🔆 Ebene 1: Grundbeleuchtung (Allgemeinbeleuchtung)

  • Position: Deckenleuchten, LED-Panels, gleichmäßig verteilt
  • Zweck: Orientierung, gleichmäßige Grundhelligkeit im gesamten Raum
  • Helligkeit: 50-70% des Gesamtlichtstroms
  • Fachbegriff: Horizontalbeleuchtungsstärke (Eh) nach DIN EN 12464-1
  • Tipp: Immer dimmbar planen für Flexibilität!

💡 Ebene 2: Zonenlicht (Funktionsbeleuchtung)

  • Position: Stehlampen, Pendelleuchten über Tisch, Unterschrankleuchten
  • Zweck: Arbeitsbereiche gezielt und blendfrei beleuchten
  • Helligkeit: 30-40% zusätzlich in definierten Arbeitszonen
  • Fachbegriff: Aufgabenbeleuchtung mit erhöhter Beleuchtungsstärke
  • Tipp: Arbeitsplatzleuchte mit min. 500 lx für Bildschirmarbeit (DIN EN 12464-1)

✨ Ebene 3: Akzentbeleuchtung (Stimmungsbeleuchtung)

  • Position: LED-Spots, Bilderleuchten, LED-Streifen, Wandfluter
  • Zweck: Atmosphäre schaffen, Objekte hervorheben, Raumtiefe erzeugen
  • Helligkeit: 10-20% für gezielte visuelle Akzente
  • Fachbegriff: Vertikalbeleuchtung (Ev) zur räumlichen Wirkung
  • Tipp: RGB-LEDs oder Tunable White (2700-6500K) für variable Stimmungen
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Leuchten positionieren (Lichtpunktanordnung)

Die richtige Platzierung ist entscheidend für gleichmäßige Beleuchtung ohne Schatten und Blendung:

1,5 × h1,5 × h60-80cm60-80cmLeuchtenabstände nach DIN EN 12464-1h = Raumhöhe (z.B. 2,5m → max. 3,75m Abstand)

Faustformel: Leuchtenabstand ≤ 1,5 × Raumhöhe für gleichmäßige Ausleuchtung nach DIN EN 12464-1

📐 Abstandsregel für Deckenleuchten (Raster-Anordnung):

Maximaler Abstand zwischen Leuchten = 1,5 × Raumhöhe (h)

Beispiel: Raumhöhe 2,5m → max. 3,75m Leuchtenabstand. Bei 2,7m Höhe → max. 4,05m Abstand

🚪 Wandabstand (Randzone):

Erste Leuchtenreihe mind. 60-80cm von der Wand entfernt positionieren

Grund: Vermeidung von harten Schattenwürfen und gleichmäßige Wandausleuchtung

💻 Bildschirmarbeitsplätze (ASR A3.4):

Leuchten parallel zur Blickrichtung anordnen, NICHT frontal oder von hinten

UGR ≤ 19 einhalten! Direktblendung und Reflexblendung auf Monitoren vermeiden

🪞 Blendungsvermeidung:

Abstrahlwinkel beachten: 120° Weitstrahler für großflächige Beleuchtung, 30-60° Spotstrahler für Akzente

Bei Pendelleuchten: 60-70cm Abstand zur Tischoberfläche, nie auf Augenhöhe im Sitzen

📏 Gleichmäßigkeitsgrad (g):

Verhältnis Emin / Em sollte ≥ 0,6 sein (DIN EN 12464-1)

Das bedeutet: Die dunkelste Stelle hat mindestens 60% der mittleren Beleuchtungsstärke

🧮 Tool: Lampenabstand-Rechner für präzise Berechnung
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Schaltungen & Steuerung planen

Elektrische Installation durchdenken – nachträgliche Änderungen sind teuer!

🔌 Separate Stromkreise:

Jede Lichtebene eigener Schalter → 3 Schalter für 3 Lichtebenen. Oder 2 Doppelschalter.

🎚️ Dimmer vorsehen:

Mind. Grundlicht dimmbar (Phasenanschnitt-Dimmer für LED, 20-60€). Achtung: Nicht alle LEDs dimmbar!

📱 Smart Home:

Zigbee/WLAN-Lampen für App-Steuerung, Zeitschaltung, Szenen. Philips Hue, IKEA TRÅDFRI, Tuya kompatibel.

⚡ Kabelquerschnitt berechnen:

1,5mm² NYM-J für LED-Beleuchtung meist ausreichend. Bei langen Strecken: Kabelquerschnitt-Rechner

🛡️ Absicherung:

Beleuchtung mit 10A oder 16A LS-Schalter absichern (je nach Gesamtlast)

🏠 Praxisbeispiele: 3 Räume professionell geplant

Beispiel 1: Wohnzimmer 25m², 2,5m Höhe

📋 Anforderungen:

  • • Grundbeleuchtung: 150 lx
  • • Leseecke: 500 lx
  • • TV-Bereich: 50-100 lx (gedimmt)
  • • Stimmungslicht

💡 Lösung:

  • • 4× LED-Spots Decke (je 600 lm) = 2.400 lm
  • • 1× Stehlampe Leseecke (1.200 lm, dimmbar)
  • • 2× Wandleuchten hinter TV (je 300 lm, dimmbar)
  • • 3m LED-Streifen Sideboard (RGB, 1.000 lm)
💰 Kosten: ~450€ (Leuchten) + 150€ (Installation) = 600€ gesamt

Beispiel 2: Küche 15m² (inkl. Essplatz)

📋 Anforderungen:

  • • Allgemeinbeleuchtung: 300 lx
  • • Arbeitsfläche: 500 lx
  • • Essplatz: 300 lx (separat schaltbar)

💡 Lösung:

  • • 2× LED-Panel 60x30 cm Decke (je 2.500 lm)
  • • Unterschrank-LED 2m (3.000 lm, 4000K)
  • • 1× Pendelleuchte über Tisch (1.500 lm, dimmbar)
💰 Kosten: ~350€ (Leuchten) + 200€ (Installation mit Stromkreisen) = 550€ gesamt

Beispiel 3: Home-Office 12m², DIN-konform

📋 Anforderungen:

  • • Schreibtisch: 500 lx (DIN-Pflicht!)
  • • UGR ≤ 19 (blendfreiheit)
  • • Ra ≥ 80 (Farbwiedergabe)
  • • Umgebung: 300 lx

💡 Lösung:

  • • 1× LED-Panel 60x60 cm mit UGR<19 (4.000 lm, 4000K)
  • • 1× Schreibtischlampe (1.000 lm, dimmbar, Ra 90)
  • • 2× Wandleuchten indirekt (je 800 lm)
💰 Kosten: ~280€ (Leuchten) + 120€ (Installation) = 400€ gesamt

💰 Kosten-Kalkulation & Budget

Typische Kosten pro Raumgröße:

RaumgrößeBudget-LösungMittelklassePremium
10-15m²200-350€350-600€600-1.200€
15-25m²350-500€500-900€900-1.800€
25-40m²500-800€800-1.500€1.500-3.000€

💰 Budget-Lösung

  • • Standard-LEDs (CRI 80)
  • • Einfache Schalter
  • • Basis-Installation
  • • ~20-40€/m²

⭐ Mittelklasse

  • • Hochwertige LEDs (CRI 90)
  • • Dimmer inkl.
  • • 3-Ebenen-Konzept
  • • ~40-70€/m²

🏆 Premium

  • • Designer-Leuchten (CRI 95+)
  • • Smart Home Integration
  • • Lichtplanung vom Profi
  • • ~70-120€/m²

💡 Spar-Tipps:

  • Eigenleistung: Planung selbst machen spart 300-500€ Planungskosten
  • DIY-Montage: Nur Elektrik vom Fachmann (gesetzlich notwendig), Rest selbst montieren
  • Phasenweise: Erst Grundlicht, später Akzentlicht nachrüsten
  • Angebote vergleichen: Online vs. Fachhandel (oft 20-30% Preisunterschied)
  • Smart-Start klein: Erst 2-3 Smart-Lampen testen, dann erweitern

⚠️ Sicherheitshinweise

  • Strom abschalten: Sicherung raus, Spannungsfreiheit prüfen!
  • Elektriker: Bei Unsicherheit immer Fachmann beauftragen.
  • VDE-Normen: Installation nach VDE 0100 durchführen.

❌ Die 7 häufigsten Planungsfehler (und wie Sie sie vermeiden)

1. Nur eine zentrale Deckenleuchte

Problem: Eine einzelne Deckenleuchte erzeugt harte Schatten, ungleichmäßige Ausleuchtung und ist nicht flexibel.

✅ Lösung: 3-Ebenen-Prinzip! Mehrere Lichtquellen kombinieren: Grundlicht + Zonenlicht + Akzentlicht.

2. Alle Leuchten zusammengeschaltet

Problem: Keine Flexibilität für unterschiedliche Stimmungen und Tätigkeiten. Stromverschwendung.

✅ Lösung: Mind. 3 separate Schalter/Stromkreise einplanen. Dimmer für Grundlicht vorsehen.

3. Falsche Lichtfarbe gewählt

Problem: 6500K Kaltweiß im Wohnzimmer → ungemütlich wie Krankenhaus. 2700K im Büro → macht müde.

✅ Lösung: Wohnräume 2700-3000K, Büro/Küche 3500-4000K, Werkstatt 5000K+. Oder: Tunable White LEDs für flexible Farbtemperatur.

4. Zu wenig Lumen eingeplant

Problem: "LED ist hell genug" – stimmt oft nicht! 800 lm E27-Lampe reicht nicht für 20m² Wohnzimmer.

✅ Lösung: Formel: m² × Ziel-Lux × 1,2 = benötigte Gesamt-Lumen. Beispiel 20m² bei 150 lx = 3.600 lm.

5. Blendung durch falsche Leuchten-Position

Problem: Spots direkt über Monitor/Bildschirm → Reflexionen. Pendelleuchte über Esstisch auf Augenhöhe → Blendung beim Sitzen.

✅ Lösung: Licht von vorne/seitlich, nie von hinten auf Bildschirme. UGR ≤19 für Büros. Pendelleuchten 60-70cm über Tischplatte.

6. Nicht-dimmbare LEDs gekauft

Problem: LEDs ohne "dimmbar"-Aufdruck flackern oder gehen beim Dimmen aus. Dimmer nachträglich einbauen teuer!

✅ Lösung: IMMER dimmbare LEDs kaufen (nur ~10% Aufpreis). Phasenanschnitt-Dimmer für LED verwenden (20-60€).

7. Kabelquerschnitt zu dünn berechnet

Problem: 20m Kabel mit 0,75mm² → Spannungsabfall 15% → LED flackert, leuchtet dunkel, geht früh kaputt.

✅ Lösung: 1,5mm² NYM-J Standard für LED-Beleuchtung. Bei langen Strecken (>15m) Kabelquerschnitt-Rechner nutzen!

🌅 Biologisch wirksame Beleuchtung (Human Centric Lighting)

Moderne Lichtplanung berücksichtigt nicht nur Sehaufgaben, sondern auch die biologische Wirkung von Licht auf den menschlichen Organismus. Die DIN SPEC 67600 definiert Anforderungen für biologisch wirksame Beleuchtung.

☀️ Wirkung von Tageslicht-ähnlichem Licht

  • Morgens/Vormittags: Kaltweiß 5000-6500K + hohe Beleuchtungsstärke (≥750 lx vertikal am Auge)
  • Effekt: Unterdrückung von Melatonin, erhöhte Wachheit und Konzentration
  • Anwendung: Büros, Schulen, Produktionsstätten (Schichtarbeit)
  • Melanopischer EDI: ≥250 lx empfohlen (DIN SPEC 67600)

🌙 Wirkung von warmem Abendlicht

  • Abends: Warmweiß 2200-2700K + reduzierte Beleuchtungsstärke (100-300 lx)
  • Effekt: Melatonin-Produktion nicht unterdrückt, Förderung der Schlafbereitschaft
  • Anwendung: Wohnräume, Schlafzimmer, Pflegeheime, Hotels
  • Melanopischer EDI: <100 lx abends (zur Schlafvorbereitung)

💡 Umsetzung in der Praxis: Tunable White Systeme

Tunable White LED-Systeme ermöglichen die dynamische Anpassung von Farbtemperatur und Helligkeit im Tagesverlauf:

TageszeitFarbtemperaturBeleuchtungsstärkeBiologische Wirkung
06:00-09:00 (Morgen)5000-6500K≥500 lxAktivierung, Melatonin-Unterdrückung
09:00-16:00 (Tag)4000-5000K500-750 lxKonzentration, Leistungsfähigkeit
16:00-20:00 (Abend)3000-3500K300-500 lxEntspannung, sanfter Übergang
20:00-22:00 (Nacht)2200-2700K100-200 lxSchlafvorbereitung, Melatonin-Produktion

🏢 Anwendungsbereiche für HCL-Systeme:

  • Bürogebäude: Produktivitätssteigerung, reduzierte Ermüdung (Amortisation oft <3 Jahre)
  • Krankenhäuser/Pflegeheime: Stabilisierung des Schlaf-Wach-Rhythmus bei Patienten
  • Schulen/Universitäten: Verbesserte Konzentration und Lernleistung
  • Schichtbetriebe: Unterstützung des Biorhythmus bei Nachtschichten
  • Wohnräume: Höherer Komfort, besserer Schlaf (empfohlen für Home-Office)

⚠️ Wichtige Hinweise:

  • Vertikale Beleuchtungsstärke am Auge entscheidend, nicht nur horizontale Beleuchtung auf dem Schreibtisch
  • Blickrichtung beachten: Lichtquellen sollten im Gesichtsfeld liegen (nicht nur Deckenbeleuchtung)
  • Individuelle Anpassung: Nutzer sollten Licht selbst steuern können (Akzeptanz!)
  • Kosten: Tunable White Systeme ca. 30-50% teurer als konventionelle LED-Beleuchtung

❓ Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie viel Lumen brauche ich für einen Raum?

Formel nach DIN EN 12464-1: Benötigte Lumen = Raumfläche (m²) × gewünschte Beleuchtungsstärke (lx) × 1,2 (Wartungsfaktor). Beispiel 20m² Wohnzimmer bei 150 lx: 20 × 150 × 1,2 = 3.600 lm Gesamtlichtstrom. Bei Büroarbeitsplätzen 500 lx erforderlich: 20m² × 500 lx × 1,2 = 12.000 lm. Der Faktor 1,2 berücksichtigt Lichtverluste durch Alterung und Verschmutzung. Nutzen Sie unseren Raumbeleuchtung-Rechner für präzise Berechnung mit Raumhöhe und Reflexionsgraden.

Welche Farbtemperatur (Kelvin) für welchen Raum?

Nach DIN SPEC 67600 und lichttechnischen Empfehlungen: 2700-3000K (Warmweiß) für Wohnzimmer, Schlafzimmer, Restaurant – fördert Entspannung und Melatonin-Produktion. 3500-4000K (Neutralweiß) für Küche, Bad, Büro, Flur – sachlich, erhöht Konzentration ohne zu stimulieren. 5000-6500K (Tageslichtweiß/Kaltweiß) für Werkstatt, Industriehalle, Lager, Schichtarbeit – maximale Wachheit, unterdrückt Melatonin. Moderne Tunable White Systeme ermöglichen dynamische Anpassung im Tagesverlauf (Human Centric Lighting).

Was ist das 3-Ebenen-Prinzip der Lichtplanung?

Professionelle Lichtplanung nach DIN EN 12464-1 nutzt 3 Lichtebenen: 1) Grundbeleuchtung/Allgemeinbeleuchtung (Deckenleuchten, LED-Panels) – 50-70% des Gesamtlichtstroms, gleichmäßige Horizontalbeleuchtung (Eh) für Orientierung. 2) Zonenlicht/Aufgabenbeleuchtung (Arbeitsplatzleuchten, Pendelleuchten) – 30-40% zusätzlich in definierten Arbeitsbereichen, erhöhte Beleuchtungsstärke für Sehaufgaben. 3) Akzentbeleuchtung (Spots, LED-Streifen, Wandfluter) – 10-20% für Vertikalbeleuchtung (Ev), Atmosphäre und Raumtiefe. Alle Ebenen müssen separat schaltbar und idealerweise dimmbar sein!

Wie weit dürfen Deckenleuchten maximal auseinander stehen?

Abstandsregel nach DIN EN 12464-1: Maximaler Leuchtenabstand = 1,5 × Raumhöhe für gleichmäßige Ausleuchtung (Gleichmäßigkeitsgrad g ≥ 0,6). Beispiele: Bei 2,5m Raumhöhe → max. 3,75m Leuchtenabstand. Bei 2,7m Höhe → max. 4,05m. Wichtig: Erste Leuchtenreihe mind. 60-80cm von der Wand entfernt positionieren (Randzone), sonst entstehen harte Schattenwürfe. Leuchten im Raster anordnen für homogene Lichtverteilung. Verhältnis Emin/Em sollte ≥ 0,6 sein.

Brauche ich für Home-Office DIN-konforme Beleuchtung?

Gesetzliche Pflicht nach ASR A3.4: JA für angemeldete Mitarbeiter im häuslichen Arbeitszimmer (DIN EN 12464-1: min. 500 lx auf Schreibtischebene, UGR ≤19 Blendfreiheit, Ra ≥80 Farbwiedergabe). Für Selbstständige ohne Angestellte: Empfehlung aber keine Pflicht. Vorteile DIN-konformer Beleuchtung: 25-40% weniger Augenermüdung, 10-15% höhere Produktivität (Studien), bessere Konzentration über 8h Arbeitszeit. Lösung: Deckenleuchte/Panel (300 lx Umgebung) + Arbeitsplatzleuchte (zusätzliche 500 lx), beide einzeln dimmbar.

Was kostet professionelle Raumbeleuchtung pro m²?

Kostenrahmen nach Qualitätsstufe 2025: Budget-Lösung 20-40€/m² (Standard-LEDs CRI 80, einfache Schalter, Basis-Installation) – funktional aber eingeschränkte Lichtqualität. Mittelklasse 40-70€/m² (hochwertige LEDs CRI 90+, Phasenanschnitt-Dimmer, 3-Ebenen-Konzept, professionelle Installation) – empfohlen für Wohn- und Arbeitsräume. Premium 70-120€/m² (Designer-Leuchten CRI 95+, Tunable White/HCL-Systeme, Smart Home Integration, Lichtplanung vom Fachmann) – maximaler Komfort und biologische Wirksamkeit. Beispiel 20m² Wohnzimmer: Budget 400-800€, Mittelklasse 800-1.400€, Premium 1.400-2.400€ Gesamtkosten inkl. Installation.

Was bedeutet UGR bei der Lichtplanung?

UGR (Unified Glare Rating) ist die normierte Blendungsbewertung nach DIN EN 12464-1. UGR-Wert beschreibt psychologische Blendung durch Leuchten. Skala: UGR 10 = keine Blendung, UGR 30 = starke Blendung. Anforderungen: UGR ≤19 für Bildschirmarbeitsplätze (streng!), UGR ≤22 für Büros allgemein, UGR ≤25 für Verkaufsflächen, UGR ≤28 für Flure/Treppenhäuser. Technische Lösung: Prismenoptik, Rasterleuchten, indirekte Beleuchtung, Leuchten parallel zur Blickrichtung positionieren (nicht frontal). Bei zu hohem UGR: Kopfschmerzen, Augenermüdung, reduzierte Sehleistung.

Was ist Human Centric Lighting (HCL)?

Human Centric Lighting (HCL) ist biologisch wirksame Beleuchtung nach DIN SPEC 67600, die den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus (circadianen Rhythmus) unterstützt. Funktionsweise: Morgens kaltweiß 5000-6500K + hohe vertikale Beleuchtungsstärke (≥750 lx am Auge) → Melatonin-Unterdrückung, Aktivierung. Abends warmweiß 2200-2700K + reduzierte Helligkeit (100-200 lx) → Melatonin-Produktion, Schlafvorbereitung. Technische Umsetzung: Tunable White LED-Systeme mit automatischer oder manueller Farbtemperatur- und Helligkeitssteuerung. Anwendung: Büros (15% höhere Produktivität), Krankenhäuser, Pflegeheime (besserer Schlaf), Schulen, Schichtbetriebe. Kosten: +30-50% gegenüber Standard-LED.

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