VDE 0100-520 – Kabelverlegung & Installationszonen
Alle Verlegearten, Installationszonen und Dimensionierungsregeln nach DIN VDE 0100-520:2023-06 für die fachgerechte Kabel- und Leitungsinstallation.
DIN VDE 0100-520:2023-06
DieDIN VDE 0100-520 regelt dieAuswahl und Errichtung von Kabel- und Leitungsanlagen in Niederspannungsanlagen. Sie definiert Verlegearten, Installationszonen, Mindestquerschnitte, Spannungsfall-Grenzwerte und Brandschutzmaßnahmen.
Installationszonen nach VDE 0100-520
Abb. 1: Installationszonen in einem Raum nach DIN VDE 0100-520 (Frontansicht)
Verlegearten nach VDE 0298-4
Die Verlegeart bestimmt die zulässige Strombelastbarkeit eines Kabels. Je besser die Wärmeabfuhr, desto höher der zulässige Strom.
| Art | Beschreibung | Beispiel | Belastbarkeit |
|---|---|---|---|
| A1 | Mehradrige Leitung in wärmegedämmter Wand | Isolierte Wand (Altbau-Sanierung) | Niedrigste |
| A2 | Mehradrige Leitung in Elektroinstallationsrohr | Unterputz-Installation Standard | Niedrig |
| B1 | Mehradrige Leitung auf der Wand | Aufputz-Installation (Keller, Werkstatt) | Mittel |
| B2 | Mehradrige Leitung im Elektroinstallationskanal | Büro-Brüstungskanal | Mittel |
| C | Einadrige oder mehradrige Leitung direkt auf der Wand | NYM auf Putz mit Schellen | Gut |
| E | Mehradrige Leitung frei in Luft | Industriehallen, Technikräume | Höchste |
| D | Kabel direkt in Erde verlegt | Erdkabel (NYY, NYCWY) | Abhängig von Bodenart |
Verlegearten im Querschnitt
Abb. 2: Verlegearten im Querschnitt – Wärmeabfuhr bestimmt die Strombelastbarkeit
Mindestquerschnitte nach VDE 0100-520
| Anwendung | Kupfer (Cu) | Aluminium (Al) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Beleuchtungsstromkreise | 1,5 mm² | — | Standard für Licht |
| Steckdosenstromkreise | 2,5 mm² | — | Standard für Steckdosen |
| Schutzleiter (parallel zum Außenleiter) | ≥ Außenleiter (bis 16 mm²) | ≥ Außenleiter | Bei A ≤ 16 mm²: PE = A |
| Schutzleiter (Außenleiter 16–35 mm²) | 16 mm² | 16 mm² | Fest: 16 mm² Cu |
| Schutzleiter (Außenleiter > 35 mm²) | ≥ A/2 | ≥ A/2 | Halber Außenleiter-Querschnitt |
| Hauptschutzleiter | 6 mm² | — | Mindestens (TAB) |
| Hauptpotentialausgleichsleiter | 6 mm² | — | Mindestens |
| Zusätzlicher Potentialausgleich | 2,5 mm² (geschützt) / 4 mm² (ungeschützt) | — | §544.2 |
Spannungsfall-Grenzwerte
| Bereich | Empfohlen | Max. zulässig | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Beleuchtung | ≤ 3 % | 4 % | Flackern vermeiden |
| Andere Verbraucher | ≤ 3 % | 4 % | Funktion sicherstellen |
| Motorstartstromkreise | ≤ 5 % | 5 % | Kurzzeitig beim Anlauf |
| Kritische IT-Verbraucher | ≤ 2 % | 3 % | Empfindliche Elektronik |
Häufungsfaktoren
Bei mehreren parallel verlegten Kabeln reduziert sich die zulässige Strombelastbarkeit durch gegenseitige Erwärmung.
| Kabelanzahl | Faktor |
|---|---|
| 1 | 1,00 |
| 2 | 0,80 |
| 3 | 0,70 |
| 4 | 0,65 |
| 5 | 0,60 |
| 6 | 0,57 |
| 7–9 | 0,50 |
| 10–12 | 0,45 |
| 13–16 | 0,41 |
| 17–20 | 0,38 |
Temperatur-Korrekturfaktoren
Referenztemperatur 30 °C (Luft). PVC-isolierte Leitungen (max. Betriebstemperatur 70 °C).
| Umgebung | Faktor |
|---|---|
| 10 °C | 1,22 |
| 15 °C | 1,17 |
| 20 °C | 1,12 |
| 25 °C | 1,06 |
| 30 °C | 1,00 |
| 35 °C | 0,94 |
| 40 °C | 0,87 |
| 45 °C | 0,79 |
| 50 °C | 0,71 |
| 55 °C | 0,61 |
| 60 °C | 0,50 |
Praxishinweise zur Kabelverlegung
Häufige Fragen
Was regelt die VDE 0100-520?
DIN VDE 0100-520:2023-06 regelt dieAuswahl und Errichtung von Kabel- und Leitungsanlagen in Niederspannungsanlagen. Sie umfasst Verlegearten, Installationszonen, Mindestquerschnitte, Spannungsfall-Grenzwerte und elektrische Verbindungen.
Welche Installationszonen gelten für Elektroleitungen?
Leitungen in Wänden dürfen nur in definierten Installationszonen verlegt werden: Horizontal 15 cm unter der Decke und 15 cm über dem Boden (jeweils 30 cm breit), vertikal 10–30 cm von Raumecken und 10–30 cm neben Rohbaukanten von Türen/Fenstern. In Hohlwänden ist auch diagonale Verlegung erlaubt.
Wie hoch darf der Spannungsfall maximal sein?
Nach DIN VDE 0100-520 darf der Spannungsfall zwischen Hausanschlusspunkt und Verbraucher maximal4 % betragen. Bei Beleuchtung sollte er 3 % nicht überschreiten, um Flackern zu vermeiden. Für kritische IT-Verbraucher wird ≤ 2 % empfohlen.
Dürfen Kabel diagonal verlegt werden?
Inmassiven Wänden (Mauerwerk, Beton) ist diagonale Verlegung verboten — Kabel müssen senkrecht oder waagerecht innerhalb der Installationszonen verlaufen. InHohlwänden (Gipskartonständerwänden), Hohlräumen und Installationskanälen ist diagonale Verlegung erlaubt.
Weiterführende Informationen
Relevante Normen
DIN VDE 0298-4:2023-06: Strombelastbarkeit
DIN VDE 0100-530: Schalt- und Steuergeräte
DIN 18015-1: Elektrische Anlagen in Wohngebäuden
DIN VDE 0100-443: Überspannungsschutz
DIN VDE 0100-600: Prüfungen
DIN 4102 / DIN EN 13501: Brandverhalten